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Geändert am: 10. August 2015

Mehr Sex – Schlüssel zum Glück?

Written by  Julia Hofmann, Published in Tuning
 
Mehr Sex – Schlüssel zum Glück? © Wisky - Fotolia.com

Studien und Ratgeber vermitteln: Sex verhilft zu Glück und Zufriedenheit. Menschen mit weniger Sex müssten demnach unzufrieden sein: Wirklich? Eine Studie zumindest widerspricht: Mehr Sex kann glücklich machen, muss aber nicht. Und schon gar nicht unter allen Umständen. 

Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Sex und eine Zunahme von Glück? Diese Frage stellen sich nicht nur einige Männer und versuchen ihr Glück möglicherweise an ihrem gelebten oder eben nicht gelebten Sexualleben zu messen.

Für diese Frage interessierten sich unlängst auch Psychologen des Dietrich College of Humanities and Social Sciences in Pittsburgh, Pennsylvania. Dafür gaben sie Paaren den Auftrag, ihre Sexhäufigkeit zu steigern. Alle 128 Studienteilnehmer waren gesund, verheiratet und zwischen 35 und 65 Jahre alt. Eine Gruppe der Probanden sollte an der Sexhäufigkeit in ihrer Beziehung nichts ändern, die andere sollte sie dagegen verdoppeln. Daneben machten die Teilnehmer online vor und an jedem Tag während der Studie Angaben zum Gesundheitsverhalten, zur Stärke des empfundenen Glücks sowie Angaben zu dem erlebten Sex, der Art des Sexes sowie dem damit verbundenen Genuss. Auch noch nach dem Ende des Experiments wurden Daten über drei Monate erhoben. 

Vorgeschriebener Sex ist nicht sexy

Tatsächlich hatten Paare, die zu mehr Sex angehalten worden waren, auch mehr Sex, heißt es im „Journal of Economic Behaviour & Organization“. Überraschenderweise war mit der steigenden Sexhäufigkeit aber nicht auch eine Zunahme des Glücks verbunden. Im Gegenteil. Es zeigte sich sogar eine leichte Abnahme. Bei genauerem Hinsehen hatte die Lust auf Sex abgenommen und der Sex, der stattfand, war nicht mehr mit dem bekannten Genuss verbunden. Aber wie kann das sein? Schadet etwa mehr Sex am Ende sogar?

Insgesamt mochten die Paare, die ihre Sexfrequenz gesteigert hatten, Sex immer noch gern. Doch dass die Sexhäufigkeit von den Forschern vorgegeben worden war, schien eher auf Kosten von Lust und Genuss zu gehen. Was offenbar fehlte war, dass die Paare den Sex aus eigener Motivation begannen, so die Erklärung der Wissenschaftler.

Im Rahmen einer Studie mehr Sex zu haben, sei etwas anderes als von sich aus sexuell aktiver zu werden. Dafür würde man wahrscheinlich zunächst eine Atmosphäre schaffen, die geeignet ist, den Partner und sich selbst in die richtige Stimmung zu bringen. Gerade bei Paaren, die sich schon lange kennen, ist hier oftmals Phantasie gefragt: Für den geplanten Tag oder Abend lohnt sich bestimmt die Bestellung eines Babysitters, oder wie wäre es einmal mit einer Reservierung eines Hotelzimmers? 

Forscher: Mehr Sex ist trotzdem wichtig

Auch kann ein gemeinsam geplantes und vorbereitetes Candlelight-Dinner zuhause oder auswärts Wunder wirken. Ein wirksamer Verführungsversuch besteht oftmals darin, den anderen einfach zu überraschen und zu verwöhnen.

Bei einer Wiederholung der Studie würden die Wissenschaftler die Bedingungen nach eigenen Angaben abändern. Zu unromantisch scheint doch die einfache Vorgabe, mehr Sex haben zu sollen. Schließlich geht es beim Sex ja nicht allein um einen sexuellen Akt sondern um viel mehr. Eine lustvolle Stimmung muss eben erst erzeugt werden, wissen auch die Forscher.

Trotz der Ergebnisse glauben sie auch nach den Ergebnissen dieser Studie noch, dass die meisten Paare zu wenig Sex haben und es ihnen deshalb nicht immer so gut geht wie dies vielleicht möglich wäre. Sie plädieren dafür, die Häufigkeit des Sexes in der Beziehung zu steigern. Gerade die „negativen“ Studienergebnisse geben Anlass, über Sex in der Beziehung intensiver nachzudenken und die Bedingungen zu schaffen, die mehr Sex und ein lustvolles Erleben des Sexes ermöglichen. Dann lässt sicher auch eine Zunahme des Glücks nicht lange auf sich warten.

 

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