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Blase/ Pinkeln
Geändert am: 19. April 2018

Der richtige Umgang mit Inkontinenz

Written by  menscore, Published in Blase/ Pinkeln
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Der richtige Umgang mit Inkontinenz © vchalup - Fotolia.com

Die Harninkontinenz betrifft viele Menschen, und nicht nur alte. Und dennoch bleibt es für viele ein Tabuthema und ist ihnen oftmals sogar richtig peinlich. Doch die Inkontinenz kann in vielen Fällen gut behandelt werden.

Verschiedene Arten der Inkontinenz

Es gibt mehrere Arten der Inkontinenz. Die erste tritt nur bei Belastungen (Belastungsinkontinenz) auf, etwa beim schweren Heben, Husten oder anderen Aktivitäten, die Druck auf die Blase ausüben. Weiterhin gibt es noch die Dranginkontinenz, bei der die Harnblase sich plötzlich zusammenzieht und so unfreiwillig Urin entleert. Das Ganze passiert meist so schnell, dass die nächste Toilette nicht rechtzeitig aufgesucht werden kann. Dir dritte Variante der Inkontinenz ist die Mischinkontinenz, bei der eine Dranginkontinenz mit einer durch Stress ausgelösten Inkontinenz einhergeht. In stressigen Situationen kann so die Blase nicht mehr komplett kontrolliert werden und Urin wird plötzlich abgegeben. Bei der Überlaufinkontinenz hingegen kann die Blase beim Toilettengang nicht komplett entleert werden, sodass ständig eine Restmenge an Urin zurückbleibt und dieser ganz unerwartet auslaufen kann.

Männer können noch eine weitere Form der Inkontinenz entwickeln Und zwar wird diese zum Beispiel durch eine vergrößerte Prostata ausgelöst. Manchmal ist sie auch Folge einer Prostata-Operation. Je nach Ursache muss eine passende Therapie zur Behandlung der Inkontinenz gewählt werden.

Richtig trinken

Wer unter einer Inkontinenz leidet, kann mit bestimmten Maßnahmen verhindern, dass unbemerkt Harn austritt. Die Methode, für mehrere Stunden auf Flüssigkeit zu verzichten, ist zwar oft wirksam, kann aber wegen der möglichen Dehydration und Kreislaufprobleme aus gesundheitlichen Gründen nicht empfohlen werden. Auch Blasenentzündungen werden durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme eher begünstigt. Was allerdings hilft, ist die richtige Auswahl der Getränke. Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke sorgen zum Beispiel oft dafür, dass man häufiger unter Harndrang leidet, ebenso wie kohlensäurehaltige Getränke. Besser ist es, stilles Wasser oder Tees zu trinken, die keine blasenanregende Wirkung haben.

Ernährung

Auch manche Lebensmittel können die Symptome einer überaktiven Blase zusätzlich verschlimmern. So wirken zum Beispiel sehr würzige oder saure Lebensmittel eher harntreibend, bei anderen sind es Süßigkeiten, die die Symptome der Inkontinenz verstärken. Hier gilt es, individuell herauszufinden, welche Produkte gut vertragen werden und welche eher nicht. Ein Ernährungstagebuch kann hier hilfreich sein, um herauszufinden, welche Lebensmittel als Auslöser infrage kommen.

Stress vermeiden

Für viele Betroffene ist das Leben mit einer Inkontinenz sehr anstrengend. Schließlich soll keiner merken, dass der Urin nicht immer gehalten werden kann. Auch die Kleidung soll unterwegs nicht nass werden, da das zu peinlichen Momenten führen kann. Tatsächlich kann es einigen Betroffenen helfen, den Stress aktiv zu reduzieren. Geeignete Methoden sind Entspannungstechniken wie Yoga und Meditation. Auch Biofeedback kann Betroffene unterstützen, die Kontraktionen der Blase besser zu kontrollieren und dabei bewusst entspannt zu bleiben.

Blasentraining

Eine weitere Möglichkeit, die Symptome einer Inkontinenz zu lindern, ist ein spezielles Blasentraining. Hier geht der Betroffene in regelmäßigen Abständen zur Toilette, egal ob er gerade muss oder nicht. Der Zeitraum dazwischen wird über mehrere Wochen hinweg immer weiter verlängert, bis mindestens zwei bis drei Stunden erreicht sind. So wird der Blase ein Leerungsrhythmus antrainiert, sodass der Harndrang zwischen diesen Toilettengängen nachlässt. Auch das regelmäßige Anspannen der Beckenmuskulatur hilft, dass der Urin besser gehalten werden kann. Drei mal zehn Wiederholungen täglich sind hier ausreichend.

Ursachen finden

Um genau herauszufinden, was die Ursache und Auslöser für die Inkontinenz sind, kann ein Tagebuch hilfreich sein. Hier werden alle Getränkemengen und Toilettengänge sowie alle Aktivitäten des Tages genau dokumentiert. Gemeinsam mit dem Arzt kann so schneller die Ursache für die Inkontinenz gefunden und behandelt werden.

Inkontinenzeinlagen

Mehr Sicherheit im Alltag bieten Inkontinenzeinlagen, die unauffällig in der Unterwäsche getragen werden. Sind die Symptome sehr ausgeprägt, kann auch absorbierende Schutzkleidung oder Einwegunterwäsche hilfreich sein und dem Betroffenen den Alltag erleichtern.

Medikamente oder Op

Bei der Dranginkontinenz haben sich auch Medikamente in der Behandlung bewährt. Diese sorgen für eine Blockierung der Nervensignale zur Blasenkontraktion oder für eine aktive Muskelentspannung, damit die Blase sich nicht unkontrolliert zusammenzieht und Urin abgibt. Auch operative Maßnahmen können helfen. Zum Beispiel eine Schlingen-Op, die Implantation eines künstlichen Schließmuskels oder auch ein Schrittmacher-Gerät, das die Blasen- und Beckenbodenmuskulatur entspannt. Hilft alles nicht, kann auch ein Katheter eine kontrollierte Urinabgabe regeln – entweder als Einweg- oder Dauerkatheter.

Sonstige Maßnahmen

Was tun bei Ausflügen, Restaurantbesuchen oder Gelegenheiten, in denen man sich in der Öffentlichkeit bewegt? Sicherer fühlt man sich, wenn man sich schon beim Eintreffen vor Ort über die Lage der Toiletten informiert sowie auf Reisen die Pausen sehr regelmäßig einplant. Einfache Hosen, die sich schnell herunterziehen lassen, sind unterwegs ebenso hilfreich wie das Tragen von Einlagen.

 

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