Wir verwenden Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite menscore.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen in unserer Datenschutzerklärung. Hier klicken um sich von Google Anlaytics abzumelden.
Tuning
Geändert am: 08. Oktober 2014

Länger, dicker, öfter, steifer?

Written by  menscore, Published in Tuning
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Länger, dicker, öfter, steifer? © Sven Bähren - Fotolia.com

Groß soll er sein, hart und ungebrochen. Im Zeitalter der Verlängerungs-operationen und Potenz-Pillen scheint dem nichts mehr im Wege zu stehen. Aber Vorsicht: manchmal ist weniger mehr.

Als George Washington einmal gefragt wurde, wie lang denn Beine sein müssten, antwortete er „Lang genug, um zum Boden zu reichen." Wäre er nach der optimalen Länge des Penis befragt worden, hätte er möglicherweise eine ebenso bestechende Antwort darauf gehabt. Nicht, dass der Penis ebenfalls bis auf den Boden reichen müsste, aber immerhin lang genug, um seine Aufgaben wahrnehmen zu können. Sieht man vom persönlichkeitsbestimmenden Aspekt ab, bestehen die eigentlichen Aufgaben des Penis im Wesentlichen darin, den Harn dorthin zu befördern, wo man hinzielt, groß und steif zu werden, damit man die Tiefe und Enge einer Vagina erforschen und seine Spermien an den Ort der Reproduktion bringen kann. Natürlich dient der Penis auch als Quelle für Selbstbewusstsein - wenn er nicht gerade als Grund für Minderwertigkeitsgefühle herhalten muss.

Penishärte für Selbstbewusstsein

„Es herrscht bei Männern im Allgemeinen die Meinung vor: „Ich bin mein Penis". Je größer mein Penis, desto größer bin ich. Standvermögen, Ausdauer und Härte werden mit Selbstbewusstsein und Macht gleichgesetzt", sagt Dr. Haydar Karatepe vom Sexualmedizinischen Zentrum in Frankfurt am Main. Tatsächlich ist für viele die Größe des Penis die Messlatte ihres Lebens. Dennoch haben viele Männer ein recht ambivalentes Verhältnis zu ihrem Penis. Sie schwanken häufig zwischen der Wunschvorstellung, mit ihrem Penis Begeisterung und Lust bei Frauen und Neid und Schrecken bei den Rivalen zu erregen und der Angst, die Ex-Lover ihrer Freundin, Nebenbuhler, Freunde oder Kollegen könnten mit einem größeren Geschütz bestückt sein, hin und her. In fast jedem Fall aber prägt Unwissenheit, Scham oder ein überzogenes Selbstbild die Einstellung.

Wahnsinnsgröße oder Größenwahn?

Zwar hat der menschliche Penis von allen lebenden Primaten das relativ größte Ausmaß. Ihm fehlt aber, im Unterschied zum Glied vieler Säugetierarten, wie Hunden, Bären, Fledermäusen und niederen Affen, ein Stützknochen. Wenngleich ein Stützknochen vielen sehr willkommen wäre, so erklärt dessen Fehlen aber nicht die Unsicherheit vieler Männer in der Einschätzung ihres besten Freundes. Woher kommt diese Unsicherheit? „Möglicherweise rührt das verbreitete Gefühl der Unzulänglichkeit auf der Erfahrung des kleinen Jungen, der den Penis seines Vaters mit seinem eigenen vergleicht. Für ein Kind mag ein ausgewachsener Penis so groß und enorm aussehen, dass es sich schwer vorstellen kann, dass sein eigenes Organ je zu dieser Größe heranwächst", vermutet der amerikanische Sexualtherapeut Barry McCarthy (aus: Vivien Marx: „Das Samenbuch").


 

Hilfe von Arzt und Apotheker

Dabei ist schon seit einiger Zeit vieles einfacher geworden: Gegen fehlende Erektionsfähigkeit und -härte gibt es Tabletten und gegen vorzeitige Ejakulation gibt es auch Tabletten. Bei fehlender Lust kann man sogar Pflaster zum Aufkleben auf die Haut oder auf den Hodensack benutzen, oder alle zwei Wochen eine Spritze bekommen. Damit wären eigentlich alle möglichen „Dysfunktionen" behandelbar – und zwar sowohl bei Männern, bei denen sie vorhanden sind als auch bei denen, die aus Lifestyle-Gründen eine höhere sexuelle Erlebnisfähigkeit erreichen möchten. Viagra ist in aller Munde und es gibt auch noch andere Medikamente mit ähnlicher Wirkung.

Sertralin ist ein Antidepressivum, das die Nebenwirkung hat, die Ejakulation heraus zu zögern. Die „Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion" rät zur Vorsicht: Die Libido könnte ganz verschwinden. Die Wirkung ist aber reversibel, so dass kein nachhaltiger Schaden entsteht.

„Die Zukunft lässt auch noch weiter hoffen. Mittlerweile sind Muskelzellen und Gefäßzellen züchtbar. Es wird nicht mehr lange dauern, und man wird in der Lage sein, die Muskel- und Gefäßzellen in den Schwellkörpern zu züchten und damit auf gentechnischem Wege Penisgröße und Penisdurchblutung zu variieren", so Karatepe.

Kleiner Penis klar im Vorteil

Wer nicht warten will, bis die Gentechnik so weit ist, den Penis unblutig zu verlängern, der legt sich heute schon auf den Op-Tisch. Das hat aber auch Nachteile. "Die Länge ist ohne Belang, weil die Vagina flexibel ist und sich den Ausmaßen des Penis anpasst", sagt Professor Hartmut Porst, in Hamburg niedergelassener Urologe. Und: Auch wenn es schwer fällt zu glauben: Lustzentrum der Frau ist nicht die Vagina, sondern die Klitoris, und der ist die Länge eigentlich ziemlich egal, solange sie nur stimuliert wird. Die Stimulation der Frau erfolgt vielmehr dadurch, dass der Penis beim Sex möglichst oft die Vagina verlässt und wieder eindringt. Es ist schließlich wissenschaftlich erwiesen, dass die Vagina acht bis zehn Zentimeter misst, ihre sensibelsten Punkte aber nur zwei Zentimeter tief liegen. Das Gefühl, die Stöße bis zum Anschlag durchzuführen, bleibt dem kleineren Penis vorbehalten; die anderen müssen aufpassen, damit die Lustschreie der Partnerin nicht in Schmerzensschreie übergehen. Denn ein großer Penis kann die Partnerin reibungsbedingt verletzen, und durch die Stöße gegen die Eierstöcke – die übrigens ähnlich empfindlich sind wie Hoden – Schmerzen zufügen. Ein kleiner Penis hat auch weitere Vorteile, z. B. ist er weniger anfällig für Erektionsprobleme. Ein größerer hingegen braucht mehr Blut für eine stabile Erektion, und das kann wegen enger Blutgefäße ohnehin schon schwierig sein.

Risiken einer Vergrößerung

Außerdem geht eine solche Operation mit Schmerzen einher, kostet viel und bestätigt in der Annahme, dass er wirklich klein war – ein Seitenhieb für das Selbstwertgefühl. Es bleiben außerdem möglicherweise Narben, unregelmäßig verteilte Fettunterspritzungen und Sensibilitätsstörungen nach. Da die Schwellkörper auch durch die Op nicht verlängert werden können, tut sich im erigierten Zustand nichts. Verlängert wird allenfalls der schlaffe Penis. Aber: er kann danach nicht mehr stehen, selbst im erregten Zustand lässt er den Kopf in Richtung Füße hängen. Auch vor Penis-Extendern, die nach Herstellerangaben zwölf Stunden täglich sechs Monate lang getragen werden sollen, um den Penis zu verlängern, sei gewarnt. Diese können mehr schaden als nutzen, ohne dass eine Verlängerung erzielt wird. „Es gibt zwar im Internet einige Berichte angeblicher zufriedener Anwender, dennoch können vor allem Harnröhre und Nerven gefährdet werden, weil sie beim Anlegen eines solchen Gerätes gequetscht oder abgeknickt werden können", warnt Urologe Dr. Tobias Pottek, Chefarzt der Urologie am Asklepios Westklinikum in Hamburg-Rissen.

Davon abgesehen, wer möchte schon den ganzen Tag mit einer Art Streckbank in der Hose herumlaufen?

 

Size-Rechner

Berechnen Sie hier die für Sie optimale Größe von Kondomen.



 

Testen Sie selbst!

banner umfragen

ANZEIGE