Wir verwenden Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite menscore.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen in unserer Datenschutzerklärung. Hier klicken um sich von Google Anlaytics abzumelden.
Fruchtbarkeit
Geändert am: 20. August 2018

Was schadet, was nützt der Fruchtbarkeit?

Written by  menscore, Published in Fruchtbarkeit
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Was schadet, was nützt der Fruchtbarkeit? © Ezume Images - Fotolia.com

Immer wieder wird im Rahmen von Studien gesagt, dass europäische Männer weniger Spermien produzieren. So ist seit 1973 die Spermienzahl pro Milliliter Sperma tatsächlich um mehr als die Hälfte gesunken.

Betroffen vom Rückgang der Spermienzahl sind dabei laut einer Analyse Männer aus Neuseeland, Nordamerika, Australien und Europa. Grund, sich um die eigene Fruchtbarkeit über die Maßen Sorgen zu machen, soll das jedoch nicht sein.

Prof. Stefan Schlatt, Reproduktionsmediziner an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, nennt auch eine konkrete Zahl. Demnach kommen Männer aus westlichen Industrienationen immer noch auf rund 47 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat. Die Fertilität sei somit nicht in Gefahr. Laut Weltgesundheitsorganisation gilt als Referenzwert eine Spermienzahl von 39 Millionen Samenzellen pro Ejakulat.

Vorerkrankungen können sich auf Spermien- und Ejakulatqualität auswirken, beispielsweise Hoden- und Prostatakrebs. Wer unter keiner entsprechenden Vorerkrankung leidet und dennoch unterhalb des Referenzwerts liegt, informiert sich meist, was er zur Verbesserung der Spermienqualität tun kann. Dort findet man oft den Hinweis, das Rauchen und Trinken einzuschränken, um die Qualität zu fördern. Zu einem anderen Schluss kommt eine Untersuchung der University of Manchester, die gezeigt haben will, dass weder Tabak und Alkohol noch Gewicht und der BMI entsprechende Auswirkungen auf die Spermienzahl und –qualität hätten. Als zuverlässig und aussagekräftig wird diese Untersuchung aber nicht angesehen, da es sich um eine Kohortenstudie handelt, bei der nur Assoziationen abgebildet worden seien. Zudem basieren die Angaben zum Lebensstil der Teilnehmer nur auf Fragebögen, wodurch zwar Informationen geliefert werden, deren Verlässlichkeit jedoch nicht überprüft werden kann. Vorerst ist also weiterhin davon auszugehen, dass ein regelmäßiger und hoher Konsum von Alkohol und Nikotin die Spermiengesundheit negativ beeinflussen kann.

Reduzierte Spermienqualität durch Laptophitze?

Neben dem Rauchen und Trinken gibt es noch weitere Faktoren, von denen gesagt wird, dass sie die Spermienqualität beeinträchtigen können. So etwa, wenn Männer regelmäßig ihren Laptop auf dem Schoß abstellen und ihre Genitalien somit einer Hitzequelle aussetzen. Dass dem jedoch tatsächlich so ist, konnte wissenschaftlich nicht bewiesen werden. Das Gleiche gilt für die Auswirkungen von Sitzheizungen. Im Rahmen einer Untersuchung wurden Probanden dazu veranlasst, zwei Saunagänge pro Woche bei 80 bis 90 Grad für jeweils 15 Minuten durchzuführen. Je nach biochemischem Marker ließ sich nach drei Monaten feststellen, dass nur noch 69 Prozent bis 79 Prozent der Spermien intakt waren. Nach Beendigung der Untersuchung und damit der regelmäßigen Saunagänge, dauerte es weitere drei Monate, bis die Teilnehmer wieder normale Werte erreichten. Eine nachhaltige Schädigung durch die Wärme ließ sich aber nicht feststellen.

Gehen Gefahren für die Spermien vom Smartphone aus?

Viele Männer tragen ihr Smartphone den ganzen Tag über in der Hosentasche. Somit liegt die Vermutung nahe, dass die davon ausgehende Strahlung die Spermienqualität auf Dauer negativ beeinflussen kann. Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt diesbezüglich jedoch Entwarnung und verneint eine gesundheitliche Gefahr durch Mobilfunkgeräte. Studien, die aussagekräftig und verlässlich das Gegenteil bewiesen, stünden noch aus.

Die Spermienqualität von Männern, die enthaltsam leben

Ob nun viel oder wenig Geschlechtsverkehr die Qualität der Spermien beeinflussen kann, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. An der University of Utah School of Medicine hat man diesbezüglich 15.623 Daten einer Fruchtbarkeitsklinik näher untersucht. Hatten Männer zu Studienbeginn ein normales Spermiogramm, kam es zu einer Vergrößerung des Ejakulationsvolumens von 2,7 ml bei maximal zwei Tagen Enthaltsamkeit. Ganze 3,6 ml waren es, wenn die Männer acht oder mehr Tage lang auf Sex verzichteten. Auch eine Erhöhung der Spermienzahl pro Ejakulat ließ sich feststellen.

Weitere Faktoren, die mit schlechter Spermienqualität in Verbindung gebracht werden

Als Gefahr für die Spermien wird auch Feinstaub angesehen. Laut der Chinese University of Hong Kong kann Feinstaub zu Auffälligkeiten im Spermiogramm führen. Steigt die Feinstaubbelastung, sinkt die Zahl der normal geformten Spermien. Zwar lässt sich durch die durchgeführte Kohortenstudie keine generelle Kausalität belegen, wenn auch in diesem Fall bekannte Risikofaktoren wie etwa Übergewicht, Nikotin und Alter berücksichtigt wurden. Die gewonnenen Erkenntnisse können aber durchaus als Warnung angesehen werden.

Was Mann für eine bessere Spermienqualität tun kann

Während es auf der einen Seite also potentielle Risikofaktoren für die Qualität der Spermien gibt, soll es ebenso Möglichkeiten geben, diese zu verbessern. Sport wird diesbezüglich immer wieder gern empfohlen. Übertreiben sollte man es jedoch nicht, denn wer zu intensiv trainiert riskiert, dass die DNA in den Spermien fragmentiert wird, wie es von der University of Cordoba in Spanien heißt. Diese Erkenntnis wurde zudem durch die Stanford University bestätigt. Hier stellte man im Rahmen einer Studie mit körperlich schwer arbeitenden Männern fest, dass 13 Prozent nach einem Jahr zu wenige bewegliche Spermien für eine normale Zeugung aufwiesen. Wohingegen es bei Männern, die einem reinen Bürojob nachgehen, nur 6 Prozent waren. Empfehlenswert sei, wie es von der Justus-Liebig-Universität in Gießen heißt, ein Laufbandtraining von 30 bis 55 Minuten an drei bis vier Tagen die Woche bei 45 bis 55 Prozent der maximalen Sauerstoffkapazität. Bei diesem Trainingsplan ließ sich bei den untersuchten Männern im Vergleich zu einer untrainierten Männergruppe das höchste Volumen des Ejakulats, die beste Beweglichkeit der Spermien sowie die höchste Spermienkonzentration pro Milliliter feststellen. Mit einer moderaten Bewegung in Kombination mit einem generell gesunden Lebensstil sind Männer also am besten beraten.

Etwas Gutes tut man seinen Spermien zudem, wenn man auf Trinkflaschen aus Plastik verzichtet. Dass darin enthaltene Weichmacher den Spermien schaden, wurde im Rahmen von Studien bereits umfassend belegt. Immer wieder werden zudem Nüsse als Snack empfohlen, um die Spermienqualität zu verbessern. Entsprechende Verbesserungen ließen sich bei Studien tatsächlich feststellen. Gesicherte Ergebnisse dazu gibt es jedoch nicht. Allein auf Nüsse sollte man sich also nicht verlassen.

 

Size-Rechner

Berechnen Sie hier die für Sie optimale Größe von Kondomen.



 

Video - Hodenkrebs

ANZEIGE
Anzeige