Kondome
Geändert am: 29. November 2014

Spitzen-Kondom mit Schwächen

Written by  menscore, Published in Kondome
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Sexy Paar im Bett Kein Spaß ohne Sicherheit © Aarrttuurr - Fotolia.com

Kondome erfreuen sich nicht der Beliebtheit, die sie verdient hätten. Deshalb werden immer wieder neue Modelle erfunden, die zwar gleich sicher aber weniger störend sein sollen. Das „Galactic Cap“ ist das neueste unter ihnen.

Kondome überstreifen, ohne die Erektion zu verlieren, ist nicht immer einfach, außerdem können sie verrutschen und reißen, und auch die Einbuße an Gefühl machen diesen 98 prozentigen Schutz vor Geschlechtskrankheiten und ungewollter Schwangerschaft eher zu einem notwendigen Übel.

Das hat den Unternehmer Charles Powell aus Los Angeles auf die Idee gebracht, ein Kondom zu entwickeln, das den Spaß am Sex so gut wie gar nicht beeinträchtigen soll: ein Kondom nur für die Eichelspitze.

Da ihm das nötige Kleingeld für die komplette Entwicklung des Kondoms, das er „Galactic Cap“ (auch „G Cap“) nennt fehlt, hat er Mitte 2014 eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um die Finanzierung bis zur Marktreife sicherzustellen. Sein gesetztes Ziel von 100.000 Dollar wurde rasch erreicht.

Erst Folie, dann Deckel drauf

Das Spitzen-Kondom besteht aus einer transparenten Folie und einem kleinen Deckel. Für die Anwendung kann die Folie auch schon Tage vorher auf die Eichel aufgebracht werden. Sie soll rutschfest sein und braucht zum Duschen oder Wasserlassen nicht abgenommen zu werden.

Erst kurz vor dem Sex wird der kleine Deckel, der die leicht gewölbte Form einer Kontaktlinse und hat, wie ein Käppi, direkt auf die Eichelspitze gesetzt, so dass der Harnröhrenausgang, der ja gleichzeitig die Austrittspforte für schwängerungsverdächtige Spermien darstellt, von dem kleinen Kondom vollständig bedeckt ist. Frei bleiben die restliche Eichel und der Penisschaft, die Einbuße an direktem Hautkontakt ist damit minimal, der Spaßfaktor kaum geschmälert.

Verhütung von Schwangerschaft wohl ja, von Geschlechtskrankheiten NEIN

Profitieren könnten möglicherweise Paare von diesem Kondom, die sich lange und gut genug kennen, bei denen die Krankheitsverhütung kein Thema ist, wohl aber die Verhütung von Schwangerschaft. Diese könnten damit eventuell auf die Verwendung von Hormonpräparaten wie die Antibaby-Pille, Hormonspritzen oder –spiralen verzichten und trotzdem fast uneingeschränkten gefühlsechten Sex haben.

Zum Schutz gegen sexuell übertragbare ist dieses Kondom allerdings so wenig geeignet wie beim Geschlechtsakt in die Hände zu klatschen. Denn die Erreger vieler Geschlechtskrankheiten (beispielsweise des Herpes genitalis) befinden sich auch überall auf der Eichel, unter der Vorhaut, in allen Furchen und Rillen. Und genau die werden aber von diesem „Spitzen-Kondom“ nicht bedeckt bzw. abgedeckt. Auch das Risiko für eine Infektion mit dem Aidsvirus (HIV) kann mit diesem bisher kleinsten Kondom nicht ausgeschlossen werden, im Gegenteil, Experten befürchten dadurch einen sprunghaften Anstieg von HIV & Co.

Aber bevor das Produkt vertrieben werden darf, muss es noch durch die Zulassungsbehörden. Auf deren Urteil darf man gespannt sein.

Wer das Werbevideo zum G-Cap sehen möchte, kann es hier tun.

 

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