Geschlechtskrankheiten
Geändert am: 04. Dezember 2017

Auch Jungen gegen HPV impfen

Written by  menscore, Published in Geschlechtskrankheiten
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Auch Jungen gegen HPV impfen © pittawut - Fotolia.com

Gegen die Krebs erregenden HP-Viren werden bislang Mädchen geimpft, Jungen und Männer dagegen nicht. Wer die Impfung nicht selbst initiiert und bezahlt, geht schutzlos aus. Das muss sich ändern, fordern Experten.

Humane Papilloma Viren (HPV) sind bekannt dafür, dass sie gutartige, aber auch bösartige Tumoren verursachen können. Die gutartigen Tumoren kennt man als Feigwarzen, die bösartigen dagegen sind lebensgefährliche Karzinome an Penis und Anus, aber auch an Mund und Rachen. Bei Frauen ist es besonders der Gebärmutterhalskrebs, der von den aggressiveren Virentypen verursacht wird. Vor mehreren Jahrzehnten hat man festgestellt, dass Frauen in Teilen der Welt, wo Männer traditionell beschnitten werden, erheblich seltener an diesem Krebs erkranken. Seitdem weiß die Forschung, dass es einen Zusammenhang zwischen Penis und der Übertragung von Papilloma-Viren gibt. Heute ist die Medizin weiter fortgeschritten, sie hält mittlerweile auch Impfstoffe zur Verhütung der Übertragung und Verbreitung des Virus bereit.

In den letzten elf Jahren hat man versucht, Mädchen durch möglichst flächendeckende Impfung zu immunisieren und Jungen und Männer indirekt dadurch zu schützen, dass sie sich bei den Mädchen nicht mehr würden anstecken können. Da mit 40 Prozent immer noch weniger als die Hälfte der jungen Mädchen geimpft sind, ging diese Rechnung nicht auf. Und die Möglichkeit, dass Männer sich auch bei Männern anstecken könnten, war gar nicht erst berücksichtigt worden. „Da der Penis der Haupt-Transmitter für HPV darstellt, ist der Verzicht auf die Jungenimpfung fahrlässig“, sagt Professor Kurt Miller, Direktor der Klinik für Urologie an der Charité in Berlin. In der Tat erkranken unbeschnittene Männer häufiger am Peniskrebs, während die Krankheit bei beschnittenen Männern kaum vorkommt. 

Gefährlicher Oralverkehr

HPV Viren können auch bösartige Tumoren im Mund- und Rachenbereich verursachen; Allein in den letzten zwanzig Jahren ist ihre Zahl bei Männern um mehr als 100 Prozent gestiegen. Nach einer US-amerikanischen Studie der Universität von Florida, Gainsville, war das Risiko, sich mit den besonders aggressiven HPV-Typen anzustecken, am höchsten bei Afro-Amerikanern, Rauchern von mehr als 20 Zigaretten täglich, Personen mit vielen wechselnden Sexualpartnern sowie Marihuana-Konsumenten.

Keine Tests, nur Impfung

Wenn auch die Risikogruppen bekannt sind, eine Voraussage, wer aus der Risikogruppe tatsächlich auch an Krebs erkranken wird, ist nicht möglich, vor allem auch, weil es keine Früherkennungstests dafür gibt. Neben den Vorsorgemaßnahmen wie die Benutzung von Kondomen beim Sex – das gilt auch für den Oralverkehr – und dem Verzicht auf Oralsex, bleibt nur die Impfung zur Verhinderung einer Ansteckung und möglichen späteren Krebserkrankung. 

Impfstoffe gegen HPV gibt es seit elf Jahren und in 3 verschiedenen Varianten. Der Neunfach-Impfstoff enthält Antigene von 9 HPV-Typen und deckt damit die größte Erreger-Palette ab (Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58), während der Dreifach-Impfstoff vor den HPV 6, 11 und 16 schützt, und der Zweifach-Impfstoff nur die HPV 16 und 18.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Krankenversicherer

Da sich die Hinweise aus Studien häufen, dass eine Impfung auch Männern zugutekommt – immerhin können Männer vor Genitalwarzen, aber auch Penis- und Analkrebs geschützt werden -  übernehmen mittlerweile auch viele gesetzliche Krankenversicherungen die Kosten für die Impfung. Im Zweifel, wenn z.B. auch der Arzt nicht mit Bestimmtheit sagen kann, ob eine bestimmte Versicherung die Kosten übernimmt, kann ein Anruf in der Leistungsabteilung der eigenen Krankenkasse Gewissheit bringen.

 

Quelle: u.a. M. van den Heuvel, „HPV: Impft endlich auch die Jungs!“ DocCheck News – Newsletter 

 

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