Geschlechtskrankheiten
Geändert am: 29. Oktober 2016

Aus die Laus – keine Haare, keine Tierchen!

Written by  Stefan Flomm, Published in Geschlechtskrankheiten
 
Filzlaus in Großaufnahme © Warren Rosenberg - Fotolia.com

„Der Steuermann hatte Matrosen am Mast“, sang einst Achim Reichel. Eine Textzeile, die bald ausgedient hat, denn: die Filzlaus ist auf dem Rückmarsch, sogar vom Aussterben bedroht. Warum? Weil sie nichts mehr zum festklammern hat! Die Intimrasur macht’s möglich.

Die Millimeter kleinen Parasiten finden keinen Lebensraum mehr, seitdem sich knapp 90 Prozent der jungen Frauen und etwa zwei Drittel der jungen Männer hierzulande die Haare im Intimbereich durch Rasieren, Waxing oder Lasern komplett entfernen oder entfernen lassen. „Die Filzlaus war einst extrem verbreitet, heute sieht man sie kaum noch“, so Basil Donovan, Leiter des Kirby-Instituts für sexuelle Gesundheit an der Universität New South Wales in Australien, gegenüber dem Internetportal bloomberg.com.

„Die Vorstellung, dass die Filzläuse vollends verschwinden, ist natürlich reines Wunschdenken“, sagt Facharzt für Urologie und Männerarzt Dr. Hans-Ulrich Brandt aus Sulzbach. „Dabei ist der Leidensdruck von Betroffenen meistens recht groß. Die Patienten bemerken kleine blaue Flecken und den starken Juckreiz im Intimbereich. Aus Scham wird aber in vereinzelten Fällen der Gang zum Arzt gelegentlich hinaus gezögert“.

Während der Trend zur Intimenthaarung für Filzläuse den Untergang bedeutet, beschert er dem Markt für Enthaarungsmittel aller Art höchste Umsätze. Wie die Marktbeobachter von Euromonitor International aus London ermittelt haben, wurden 4,69 Milliarden US-Dollar (etwa 3,5 Milliarden Euro) allein im Jahr 2012 in diesem Segment umgesetzt. Die Summe wird laut Euromonitor International bis 2016 noch auf 5,6 Milliarden US-Dollar (4,1 Milliarden Euro) anwachsen.


Gefahrlos haarlos

Wie aber wird man die lästige Behaarung am besten los? Die Schamhaare in einem Kosmetik-Institut dauerhaft entfernen zu lassen, ist teuer, bei der Nassrasur wachsen die Stoppeln ruckzuck nach und es besteht Verletzungsgefahr. Nicht zuletzt durch Fernsehserien wie „Sex in the City“ wurde das Waxing bekannt, die Methode, nach deren Anwendung der Haarwuchs für drei bis vier Wochen kein Thema mehr ist. Allerdings: Wer selbst zum Wachs greift, muss am Anfang mit Schmerzen und Pickeln rechnen.

Und aufgepasst: Der Intimbereich kann sich leicht entzünden. Vor allem, wenn die Unterhose über die Stelle scheuert. In schlimmen Fällen gibt es Pickel, die eitern. Dagegen hilft eine Salbe aus der Apotheke oder vom Arzt. Sollten die Pickel länger bleiben oder sich verschlimmern, sollte man den Haus- oder Hautarzt aufsuchen.

 

Size-Rechner

Berechnen Sie hier die für Sie optimale Größe von Kondomen.



 

ANZEIGE