Prostatavergrößerung
Geändert am: 06. März 2014

Neuer Therapieansatz für ein altes Männerleiden

Written by  menscore, Published in Prostatavergrößerung
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Neuer Therapieansatz für ein altes Männerleiden © Stefan Merkle - Fotolia.com

Die im Alter schwächer werdenden Venenklappen sollen die Ursache für die gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH) sein. Davon sind jedenfalls Mediziner vom Klinikum Ramat Gan im israelischen Tel Aviv überzeugt.

Jeder zweite Mann über 50 hat eine vergrößerte Vorsteherdrüse, die oft starke Beschwerden macht. Denn je mehr die normalerweise kastaniengroße Drüse im Becken wächst, desto stärker engt sie den Harnleiter ein. Das macht Probleme beim Wasserlassen (Tröpfeln statt satter Harnstrahl) und häufigen Harndrang, oft auch nachts. Da die Blase nicht vollständig geleert wird, kann sich der Harn in die Nieren hochstauen und zu Nierenschäden führen und/oder in dem Harnrest in der Blase vermehren sich Keime und verursachen Infektionen.

Bisher wird davon ausgegangen, dass ungünstige Testosteronwerte an der Vergrößerung der Drüse beteiligt sind. Deshalb erfolgt die Behandlung der Übergrößen hauptsächlich mit entsprechenden Medikamenten und chirurgischen Eingriffen.

Alles falsch, meinen die beiden israelischen Ärzte Yigal Gat und Menahem Goren, die ihre Therapie in der Fachzeitschrift European Urological Review vorgestellt haben.

Die neue Theorie

Ihre Theorie: Zu schwache Venenklappen können zu einem Blut-Rückstau beziehungsweise einem Umweg des Blutes durch die Prostata führen, wobei die Prostata mit Testosteron aus den benachbarten Hoden überschwemmt wird. Um das zu verhindern, verödet das Wissenschaftlerduo bestimmte Blutgefäße. Der Eingriff sei risikoarm und werde ambulant bei lokaler Betäubung durchgeführt. Die Beschwerden sollen nach wenigen Wochen verschwinden.

Für die vorgestellte Studie wurden 28 Patienten behandelt. Die Erfolgsquote lag laut Gat und Goren bei 85 Prozent. Sechs Monate nach dem Veröden der Venen war die Prostata der Patienten im Schnitt um 55 Prozent geschrumpft, Nebenwirkungen soll es keine gegeben haben.

 

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