Prostatakrebs
Geändert am: 10. April 2017

PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs

Written by  menscore, Published in Prostatakrebs
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs © angellodeco - Fotolia.com

Unter keiner anderen Krebsart leiden Männer so häufig, wie unter Prostatakrebs. Eine Früherkennung ist daher unverzichtbar, denn im Frühstadium bestehen die besten Heilungschancen. Zur gesetzlich garantierten Krebsvorsorge zählt hierzulande lediglich das Abtasten der Prostata. Tiefer liegende Tumore können dabei durchaus übersehen werden. Eine bessere Gewissheit kann hier ein PSA-Test schaffen.

Beim PSA-Test handelt es sich um eine Blutuntersuchung. Es geht darum festzustellen, in welcher Konzentration das prostataspezifische Antigen (PSA) vorliegt. Bei diesem Antigen handelt es sich seinerseits um ein Eiweiß, das in der Prostata gebildet wird. Von dort aus gelangt es in das Ejakulat. Sollte der Patient unter einer Krebserkrankung der Prostata leiden, wird dies durch deutlich erhöhte PSA-Werte angezeigt.

Zu 100 Prozent verlassen kann man sich jedoch auch auf den PSA-Wert nicht, da es hier zu natürlichen Schwankungen kommen kann. Das heißt, ein erhöhter PSA-Wert muss nicht zwangsläufig ein Anzeichen einer Tumorerkrankung sein. Steigende PSA-Werte können auch auf gutartigen Prostataveränderungen oder auf Infektionen beruhen.

Auch was die Höhe der PSA-Konzentration angeht, gibt es keine wirkliche Richtlinie, um mit Bestimmtheit sagen zu können, dass es sich um eine Krebserkrankung handelt. Urologen richteten sich lange Zeit nach einem Richtwert von 4,0 Nanogramm pro Milliliter Blut. Überschritten die Werte diese Marke, machte dies eine Erkrankung möglich. Doch das hat sich mittlerweile geändert. Nicht mehr allein die Höhe des PSA-Werts ist ausschlaggebend, sondern vielmehr dessen Erhöhung. Sobald eine jährliche Erhöhung um 0,75 ng/ml festgestellt wird, erfolgt ein Beratungsgespräch mit dem Arzt, um eine weitere Vorgehensweise mit dem Patienten zu besprechen.

Während aber ein erhöhter PSA-Wert auf eine Prostataerkrankung hindeuten kann, aber nicht muss, gilt das gleichermaßen umgekehrt auch bei einem niedrigen Wert. Ein niedriger Wert kann bei einem ersten Test keine 100 prozentige Sicherheit geben, dass kein Prostatakrebs vorliegt. Stattdessen sollte man den Test mit einigem Abstand wiederholen, um so wieder eine mögliche Erhöhung des Wertes feststellen zu können. Der Arzt wird festlegen, in welchem Abstand der Test durchgeführt werden sollte.  

Tests nicht selbst durchführen

Es ist ratsam, sich für einen PSA-Test an einen Arzt zu wenden. Die Schnelltests, die in der Apotheke erworben werden können, sind weniger verlässlich, die Ergebnisse nicht so genau wie bei Tests in einem Labor.  Darüber hinaus sind allein die Testwerte bezüglich der Höhe ohnehin nicht ausschlaggebend. Ein niedriger Wert kann den Anwender also in falscher Sicherheit wägen.

Stellt der Arzt besorgniserregende Werte bei einem PSA-Test fest, müssen diese in jedem Fall weiter abgeklärt werden. Das heißt, dass in der Regel eine Ultraschalluntersuchung und eine Entnahme von Gewebeproben im Rahmen einer Biopsie vorgeschlagen wird, um ein letztlich sicheres Ergebnis zu erzielen.

Da verschiedene Faktoren, wie beispielsweise eine akute Harnwegsinfektion, die Werte auch kurzfristig ansteigen lassen können, ist es in jedem Fall wichtig, eine mehrfache Überprüfung über einen längeren Zeitraum vorzunehmen. Wichtig ist ferner zu wissen, dass die Prostata auf Druck reagiert. Auch hierdurch kann es also zu einer möglichen Veränderung der PSA-Ausschüttung kommen, etwa durch die Tastuntersuchung beim Urologen, durch Radfahren oder auch sexuelle Aktivitäten. Ob man ausreichend lange vor der Untersuchung auf Geschlechtsverkehr verzichten sollte, muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Ist nichts besprochen, ist es ratsam, in den zwei Tagen vor der Untersuchung sowohl sexuelle Aktivitäten wie auch Fahrradfahren zu unterlassen

Ab wann sollte ein PSA-Test durchgeführt werden?

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie spricht sich dafür aus, ab dem 50. Lebensjahr jährlich eine Krebsvorsorge durchführen zu lassen. Sollte es entsprechende Vorerkrankungen in der Familie geben, wird geraten, die eigene Vorsorge bereits mit 45 Jahren zu beginnen. 

 

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