Prostatakrebs
Geändert am: 30. März 2017

So wird eine Prostatabiopsie durchgeführt

Written by  menscore, Published in Prostatakrebs
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
So wird eine Prostatabiopsie durchgeführt © bilderzwerg - Fotolia.com

Die Früherkennung spielt im Rahmen der Behandlung von Prostatakrebs eine wichtige Rolle. Eine Prostatabiopsie wird durchgeführt, wenn vorherige PSA-, Tast- und Ultraschalluntersuchungen auffällige Befunde erbracht haben. Die bei der Biopsie entnommenen Gewebeproben aus der Prostata werden eingehend unter einem Mikroskop untersucht, um herauszufinden, ob es sich um Krebs handelt, und wenn ja, wie aggressiv dieser Krebs ist, um eine möglichst effektive Therapie einzuleiten.

Prostatabiopsie – Nachweis für Prostatakrebs

Bei der Prostatabiopsie handelt es sich um ein gängiges und zudem sehr sicheres Verfahren. Auf andere Weise lässt sich ein Prostatakarziom auch kaum einwandfrei diagnostizieren, vor allem was seine Aggressivität, also die Bösartigkeit angeht. Die Prostatabiopsie kann jedoch nicht nur die Diagnose aus der Früherkennungsuntersuchung sichern, sondern hier auch Klarheit verschaffen, sollte es einen falschen Anfangsverdacht gegeben haben und die auffälligen Befunde erweisen sich als ungefährlich.

Die Durchführung einer Prostatabiopsie

Zunächst erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, in dem er über alle Konsequenzen und Risiken der Untersuchung aufgeklärt wird. Der Eingriff selbst wird schließlich ambulant und unter örtlicher Betäubung in einem Krankenhaus oder in einer urologischen Praxis durchgeführt. Der Patient legt sich auf die Seite oder auf den Rücken und winkelt die Beine an und hebt diese leicht hoch. Es wird dann eine Ultraschallsonde, die zuvor mit Gleitmittel bestrichen wurde, in den Enddarm des Patienten eingeführt. Die Sonde besitzt einen Führungskanal, mit dem eine schmale, innen hohle Punktionsnadel vorgeschoben werden kann. Ein spezieller Federmechanismus lässt die Nadel hervorschnellen und blitzschnell einen Gewebszylinder entnehmen. Dieser befindet sich dann im Hohlraum der Nadel, kann entnommen und dem Pathologen zugeschickt werden. Da verschiedene relevante Bereiche der Prostata untersucht werden müssen, sind auch mehrere Proben nötig. Bei einer ersten Biopsie handelt es sich meist um 10 bis 12 Proben, die entnommen werden. Dennoch dauert die Behandlung nur wenige Minuten. Mit Schmerzen muss dabei nicht gerechnet werden. Das Ausstanzen der Gewebeproben erfolgt sehr schnell und die örtliche Betäubung sorgt dafür, dass kaum Schmerzen wahrgenommen werden.

Dem Pathologen ist es anschließend möglich, eine Unterscheidung von normalen und bösartigen Prostatazellen unter dem Mikroskop vorzunehmen. Sollte eine Bösartigkeit festgestellt werden, bestimmt man deren Grad. Der Arzt wird die so gewonnenen Ergebnisse im Anschluss mit dem Patienten besprechen, weil die vor allem der Grad der Bösartigkeit die Therapieoptionen vorgibt.

Nur vorübergehende Beschwerden

Die Prostatabiopsie gilt als sehr komplikationsarm. Mögliche Beschwerden, die auftreten können, sind nur temporär und klingen üblicherweise innerhalb einiger Tage wieder ab. Zu den möglichen Beschwerden gehören u. a. Kreislaufstörungen und Blutbeimengungen im Ejakulat, Stuhl oder Urin. Der Arzt wird eine antibiotische Prophylaxe verschreiben, deren Einnahme genauestens eingehalten werden sollte. Bei Fieber oder Blutgerinnseln im Urin sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Sich ausführlich aufklären lassen

Beim ersten Beratungsgespräch sollte der Patient alle Fragen an den Arzt stellen, die für ihn von Belang sind. Wichtig ist nicht nur, auf die Durchführung und die möglichen Risiken einer Prostatabiopsie einzugehen, sondern auch zu klären, was vor dem Eingriff alles seitens des Patienten beachtet werden muss. Sollten bestimmte Medikamente rechtzeitig in Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden? Gibt es etwas hinsichtlich Mahlzeiten und Getränken vor dem Eingriff zu beachten und kann nach der Prostatabiopsie Geschlechtsverkehr ausgeübt werden oder sollte man hiermit warten? Je besser der Patient informiert ist, umso selbstsicherer kann er in die Untersuchung gehen.

 
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