Prostatakrebs
Geändert am: 29. Oktober 2016

Teilnahme an Prostatakrebs-Studie – Was Sie erwartet

Written by  menscore, Published in Prostatakrebs
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Teilnahme an Prostatakrebs-Studie – Was Sie erwartet © Milles Studio - Fotolia.com

Medizin und Wissenschaft befinden sich im stetigen Wandel. Damit dies so sein kann und immer neue Erkenntnisse gewonnen werden können, werden zahlreiche klinische Studien durchgeführt.

Im Rahmen einer klinischen Studie erhalten Forscher die Möglichkeit, unter Beweis zu stellen, dass eine Behandlung erfolgreich und sicher ist. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte wird erst dann eine Genehmigung für ein Medikament, eine Behandlung oder ein medizinisches Gerät erteilen, wenn zuvor eine entsprechende klinische Studie durchgeführt wurde.

Auch bereits genehmigte Medikamente oder Behandlungen können im Hinblick auf einen anderen Gesundheitszustand nochmals einer klinischen Studie unterzogen werden. Etwa, ob sie auch im Bezug auf Prostatakrebs anzuwenden sind. Unter Umständen zeigen solche Studien auch auf, dass es sinnvoll sein kann, mehrere Behandlungen miteinander zu kombinieren. Dabei wird zwischen verschiedenen Arten von klinischen Studien unterschieden: Typische Medikation bei Krebsbehandlung, Placebo und experimentelles Medikament.

Im Rahmen von randomisierten Studien werden Patienten per Zufallsprinzip der experimentellen Gruppe oder der Kontrollgruppe zugeordnet. Patienten der experimentellen Gruppe erhalten eine reguläre Pflege sowie die Behandlung, die die Forscher testen möchten. Innerhalb der Kontrollgruppe hingegen wird den Patienten ebenfalls die reguläre Pflege zuteil, jedoch erhalten sie ein Placebo-Medikament. Placebos sind medizinisch wirkungslose Dummies. Die experimentelle Behandlung wird der Behandlung mit Placebos gegenübergestellt und die jeweiligen Auswirkungen auf die Patienten werden miteinander verglichen.

Weitere Studienarten

Es haben sich noch weitere Arten von klinischen Studien etabliert. So etwa die sogenannten Cross-Over-Studien. Auch hier beginnt alles wieder mit zwei Patientengruppen: Reguläre Pflege und experimentelle Behandlung sowie reguläre Pflege und Placebo. Der Unterschied hier ist jedoch, dass die Gruppen irgendwann getauscht werden. Letztlich erhalten alle Patienten somit früher oder später die experimentelle Behandlung.

Ebenfalls bekannt ist die Doppelblindstudie. Patienten werden entweder der Kontrollgruppe oder der experimentellen Gruppe zugeordnet – doch es ist weder dem Patienten noch dem zuständigen Arzt bekannt, welche Patientengruppe nun den Placebo erhält und welche die experimentelle Behandlung.

Engmaschiges Kontrollnetz

Ob nun neues Medikament oder ein etabliertes Medikament in einer anderen klinischen Phase – in jedem Fall gehen klinische Studien stets mit einer intensiven Betreuung des Patienten durch den Arzt einher. Es muss also damit gerechnet werden, dass häufig das Forschungszentrum aufgesucht werden muss. Mindestens einmal im Monat, doch unter Umständen sogar täglich. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es sich um noch unbekannte Medikamente handelt, die eingenommen werden sollen.

Patienten erhalten während der Studie eine intensive Aufmerksamkeit durch die Ärzte, so dass weder Erfolge noch Misserfolge der Behandlung unbemerkt bleiben können. Dies ist wichtig, denn die Sicherheit des Patienten hat oberste Priorität und Teilnehmer der Studie sollen sich stets in guten und kompetenten Händen fühlen.

Und selbstverständlich werden klinische Studien zunächst durch ein Gremium abgenommen – ein OK gibt es nur, wenn diese sicher sind. Jeder Teilnehmer einer solchen Studie wird zudem vor Beginn umfassend aufgeklärt, sowohl über den genauen Ablauf, als auch über eventuelle Risiken. Auch werden alternative Behandlungen zur experimentellen Behandlung aufgezeigt. Die Aufklärung erfolgt durch ein Mitglied des Forscherteams. Fragen des Patienten werden hierbei auch beantwortet. Wer sich für die Teilnahme an einer Prostatakrebs-Studie interessiert, sollte sich Empfehlungen seines Arztes einholen. Die Kosten für solche Studien werden im Übrigen von Sponsoren übernommen, die für alles aufkommen.

 

 

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