Prostatakrebs
Geändert am: 02. Juni 2016

Schützen Ejakulationen vor Prostatakrebs?

Written by  menscore, Published in Prostatakrebs
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Schützen Ejakulationen vor Prostatakrebs? gpointstudio - Fotolia.com

Für Aufsehen sorgte auf der letztjährigen Jahresversammlung der American Urological Association eine Studie, die sich mit möglichen Zusammenhängen zwischen Ejakulationen und dem Risiko von Prostatakrebs befasste, sich also der Frage stellte, ob Männer ihr Krebsrisiko senken können, wenn sie häufiger ejakulieren.

Die Meinungen gehen auseinander

Während die Forscher die Studie als Beweis dafür sehen, dass sich Ejakulieren positiv auf das Senken des Krebsrisikos auswirken kann, gibt es auch Gegenstimmen, die keine eindeutige Kausalität gegeben sehen. An der Studie nahmen knapp 32.000 Männer mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren teil. Die Studie zog sich von den Jahren 1992 bis 2010, und innerhalb dieser Zeit erhielten 3839 Teilnehmer die Diagnose Prostatakrebs. Für 384 von ihnen endete die Krankheit tödlich.

 

Die Frage nach der Häufigkeit der Ejakulation

Schon zu Beginn der Studie wurden die Männer danach befragt, wie häufig sie im Monat ejakulieren. Dabei wurde der Fokus auf drei Lebensabschnitte gelegt, einmal das Alter von 20 bis 29, dann 40 bis 49 und schließlich die letzten vorangegangen Jahre. Es ließ sich feststellen, dass bei Männern, die mindestens 21 Mal im Monat ejakulierten, ein um 20 Prozent gesenktes relatives Risiko an Prostatakrebs zu erkranken gegeben war. Die Gruppe an Männern, die besonders häufig im Monat ejakulierten, war für die Forscher besonders interessant. Denn diese Männer nahmen auch mehr Kalorien zu sich, tranken mehr Alkohol und waren häufiger Raucher bzw. Ex-Raucher.

Laut den Forschern ließen sich hier insgesamt Muster feststellen, die diese Männer höheren Mortalitäts- und Morbiditäts-Risiken aussetzten. Bedenken kamen somit auf, ob die Senkung des Prostatakrebs-Risikos dem Umstand zuzurechnen sei, dass diese Männer frühzeitig aus anderem Grund sterben und deren Prostatakrebs eventuell unentdeckt blieb. Beweisen ließen sich diese Annahmen jedoch nicht.

Insgesamt stieß die Studie auf viel Interesse  und wurde für ihre Gründlichkeit und Qualität hervorgehoben. Und es wurde betont, dass die interessanten Ergebnisse bestenfalls andere Forscher dazu inspirieren können, sich damit zu befassen, wie sich die Ejakulation auf die Prostata-Mikroumgebung auswirken kann.

 

 

 

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