Prostatakrebs
Geändert am: 28. November 2015

Prostatakrebs - Mythen und Fakten

Written by  menscore, Published in Prostatakrebs
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Prostatakrebs - Mythen und Fakten © PhotographyByMK - Fotolia.com

Bösartige Tumore der Prostata sind die häufigste Krebserkrankung bei deutschen Männern. Was sind die Symptome der Erkrankung und was die Ursachen? Und lässt sich die Krankheit vorbeugen? Wir beantworten diese Fragen und räumen mit den Mythen auf. 

 

Bei Prostatakrebs entwickelt sich ein bösartiger Tumor in der walnussgroßen Vorsteherdrüse. Diese Drüse sitzt unterhalb der Blase und hat die Augabe, ein Sekret zu produzieren, das dem Samen beigemischt wird. Der Krebs kann sehr langsam wachsen und Männern keine Beschwerden bereiten, aber auch schnell und aggressiv, was eine möglichst rasche Diagnose und Therapie erfordert.

 

Symptome bei Prostatakrebs

Frühe Stadien der Erkrankung bleiben in der Regel unbemerkt, denn betroffene Männer haben noch keine Beschwerden. Mögliche Symptome sind

  • Häufiges Wasserlassen, insbesondere nachts
  • Probleme bei Beginn des Wasserlassens und beim Stoppen des Harnstrahls
  • Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • Schmerzen oder Brenngefühl während des Wasserlassens und der Ejakulation

Diese Beschwerden sind aber nicht beweisend für Prostatakrebs. Möglicherweise ist die Prostata auch nur gutartig vergrößert. Die sogenannte benigne Prostatahyperplasie (BPH)  geht von dem Teil der Prostata aus, der die Harnröhre umschließt. Durch eine Einengung der Harnröhre kann es also auch bei der BPH zu den oben genannten Symptomen kommen.

Eine weitere mögliche Erklärung für die Beschwerden ist eine Entzündung der Prostata, die Prostatitis. Dann kann möglicherweise auch Fieber dazukommen.

 

Risikofaktoren: Mythen und Fakten

Immer wieder ranken sich Gerüchte um die Risikofaktoren der bösartigen Männerkrankheit. Manche glauben, zu viel Sex oder Masturbation könnte Prostatakrebs auslösen, andere meinen zu wissen, dass eine Sterilisation (Vasektomie) die Ursache ist. All diese Faktoren spielen aber für die Krebskrankheit keine Rolle.

Verschiedene Risikofaktoren für die Erkrankung sind bekannt. Einige davon sind nicht beeinflussbar. Dies ist z.B. das Alter, denn ab einem Alter von 50 Jahren nimmt das Krebsrisiko zu. Es gibt Forscher, die der Meinung sind, dass die meisten über 70-jährigen Männer Prostatakrebs aufweisen, der aber nicht immer Beschwerden verursacht oder behandlungsbedürftig ist.

Nicht beeinflussen können Männer auch ein familiäres Risiko, das besteht, wenn bereits Familienmitglieder an dem Krebs erkrankt waren. Wer etwa einen Vater oder Bruder mit Prostatakrebs hat, weist selbst ein doppelt so hohes Risiko für die Krankheit auf. Auch die Abstammung spielt eine Rolle: Afroamerikaner haben das größte Prostatakrebsrisiko der Welt. 

 

So lässt sich das Krebsrisiko beeinflussen

Darüber hinaus gibt es aber auch einige Risikofaktoren für die Erkrankung, die Männer selbst beeinflussen bzw. ausschalten können. Dazu gehören

Gewicht: Männer sollten auf ein Normalgewicht achten, Übergewicht erhöht das Risiko

Körperliche Aktivität: Coachpotatoes haben ein erhöhtes Risiko und sind oftmals zudem übergewichtig

Ernährung: Viel Fleisch und tierisches Fett erhöhen das Risiko, möglicherweise über eine Beeinflussung der männlichen Hormone. Besonders rotes Fleisch steht im Verdacht. Gesund dagegen sind pflanzliche Nahrungsmittel.

Alkoholkonsum: Wer ab und an ein Bier trinkt, muss sich keine Sorgen machen. Der Alkoholkonsum sollte aber moderat bleiben, sonst stellt er ebenfalls ein Risikofaktor dar.

 

Früherkennungsuntersuchung

Aber selbst Männer, die stets gesund gelebt haben, sind nicht frei von einem Krankheitsrisiko. Deshalb empfiehlt sich für alle Männer ab einem Alter von 45 Jahre eine Vorsorgeuntersuchung. Gesetzlich versicherte Männer Anspruch auf eine jährliche Tastuntersuchung der Prostata. Eine weitere Möglichkeit ist eine Blutuntersuchung, der sogenannte Test auf das Prostata-Spezifische Antigen (PSA-Test). PSA ist ein von den Prostatazellen abgegebener Eiweißstoff, der bei einer Krebserkrankung erhöht ist. Der Wert kann aber auch aufgrund anderer Ursachen erhöht sein, sodass der Nutzen des Tests nicht zweifelsfrei erwiesen ist. Die Gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für diesen Test nicht.

 

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