Prostatakrebs
Geändert am: 09. Dezember 2014

Sex mit mehr als 20 Frauen schützt vor Prostatakrebs

Written by  menscore, Published in Prostatakrebs
Aus der ärztlichen Redaktion
 
junger Mann mit 2 Mädchen im Bett © Piotr Marcinski - Fotolia.com

Gegen dieses Argument kommt keine Ehefrau an: Sex mit über 20 Frauen senkt das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Das haben kanadische Wissenschaftler jüngst herausgefunden. 

Im Vergleich zu Männern, die nur eine Partnerin in ihrem Leben hatten, wiesen die Herren mit mehr als 20 Sexualpartnerinnen ein um 28 Prozent niedrigeres Risiko, Prostatakrebs zu entwickeln. Das ist das Ergebnis der Untersuchungen von Forschern der Universität von Montreal und dem INRS - Institut Armand-Frappier, beide in Kanada.


Marie-Elise Parent und Marie-Claude Rousseau, Professorinnen an der Universität School of Public Health, und ihre Kollegin Andrea Spence, veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Cancer Epidemiology. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Montreal-Studie Proteus (Prostate Cancer & Environment Study) per Fragebogen erhoben.

Die Forscherinnen untersuchten den Zusammenhang zwischen sexuell übertragbaren Krankheiten sowie der Anzahl und des Geschlechts der Sexualpartner und dem Risiko für Prostatakrebs. Für diese Fragestellung verglichen die Wissenschaftlerinnen die Daten von 1.590 Männern mit Prostatakrebs (zwischen September 2005 und August 2009 diagnostiziert) mit denen von 1.618 nicht an Prostatakrebs erkrankten Männern der gleichen Altersgruppe.

Auf die Anzahl kommt es an

Die Forscherinnen fanden Hinweise darauf, dass die Anzahl der Sexualpartnerinnen die Entwicklung dieses Krebses beeinflusst: Männer, die sagten, sie hätten noch nie Geschlechtsverkehr gehabt, wurden fast doppelt so häufig mit Prostatakrebs diagnostiziert wie ihre sexuell aktiveren Geschlechtsgenossen.

Wer angab, in seinem Leben mit mehr als 20 Frauen geschlafen zu haben, wies sogar ein um 28 Prozent reduziertes Risiko für Prostatakrebs generell, und ein um 19 Prozent geringeres für die Entwicklung aggressiver Krebsarten der Vorsteherdrüse auf. "Es ist möglich, dass mit vielen weiblichen Sexualpartnerinnen auch häufigere Ejakulationen einhergehen, deren schützende Wirkung gegen Prostatakrebs bereits zuvor in Studien beobachtet werden konnte", erklärt Prof. Marie-Elise Parent. Nach einigen Studien ist der zugrundeliegende Mechanismus dieser Schutzwirkung in der Verringerung der Konzentration von krebserregenden Stoffen in der Prostataflüssigkeit begründet oder darin, dass durch vermehrte Ejakulationen weniger so genannte intraluminale Kristalloide gebildet werden.

Alter und Geschlechtskrankheiten egal, Geschlecht des Partners nicht

Das Alter, in dem die untersuchten Männer erstmals Geschlechtsverkehr hatten, sowie die Zahl der durchgemachten sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten beeinflussten ihr Risiko für Prostatakrebs hingegen nicht.

Anders sieht es wiederum in Bezug auf das Geschlecht der Sexualpartner aus. Zwar hatten Männer mit nur einem männlichen Partner kein höheres Risiko als diejenigen ohne gleichgeschlechtlichen Sex, aberMänner mit mehr als 20 männlichen Partnern erkrankten immerhin doppelt so oft an Prostatakrebs wie diejenigen, die noch nie mit einem Mann geschlafen hatten. Erklären können sich die Untersucherinnen dieses Ergebnis nicht. Ihre vorsichtige Vermutung lautet auf einen möglichen Einfluss der beim Analverkehr typischen Verletzungen der Prostata auf das Erkrankungsrisiko.

 

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