Prostataentzündung
Geändert am: 19. Januar 2015

Schmerz am Damm

Written by  menscore, Published in Prostataentzündung
Aus der ärztlichen Redaktion
 

Eine Prostataentzündung tut aasig weh und kann auf die Partnerin übergehen. Die gute Nachricht: sie ist leicht zu behandeln, und auch Sie selbst können viel gegen das Brennen unter der Blase tun.

Die akute Prostataentzündung kommt häufiger vor, als man glaubt. "Etwa jeder fünfte Mann macht das einmal im Leben durch" sagt Professor Hartwig-Wilhelm Bauer aus München, Facharzt für Urologie und Andrologie. Sie kann zwar in jedem Alter auftreten, erwischt aber fast immer junge Männer, meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

„Mangelnde Hygiene, ungeschützter Anal- und Oralverkehr oder eine Ver­schleppung von Bakterien aus anderen entzündeten Organen über den Blutweg sind die Ursache“, so der Experte. Aber auch Manipula­tionen z.B. durch einen Blasenkatheter im Krankenhaus, können die Prostata ent­zünden. Meist handelt es sich bei den Erregern um Darmbakterien oder Chlamydien. Selten sind es Viren oder Pilze.

Daran erkennen Sie sie

Die ersten Anzeichen der bakteriellen Prostatitis sind Schmerzen und Span­nungsge­fühl im Dammbereich und häufiger Harndrang mit Brennen beim Wasserlassen. Die Schmerzen strah­len in Leisten und Geschlechtsorgane aus. Kommen noch Fieber, Schüttelfrost und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl dazu, ist die Krank­heit schon fortgeschritten.

Der Urologe wird sich die Beschwerden schildern las­sen, dann tastet er das Organ durch den After ab, so genannte "Hafen­rundfahrt", und untersucht Urin, Sperma und Blut auf Krankheitskeime hin. Dies erfolgt mittels der so genannten Vier-Gläser-Probe: Dabei wird in vier verschiedenen Reagenzglä­sern jeweils Ejakulat, Anfangsurin, Mittelstrahlurin und Urin nach der Pro­statamassage aufgefangen. In den vier Flüssigkeitsproben be­stimmt er die Keim­zahl. Weitere mikrobiologische Untersuchungen und eine Ultraschalluntersuchung können erforderlich sein.


Behandlung und Komplikationen

Liegt eine erregerbedingte Entzündung vor, ver­schreibt der Arzt Antibio­tika, die eingenommen werden müssen. In besonders schweren Fällen wird er den Patienten ins Kran­kenhaus ein­weisen.

Wer zögert, weil er dem Arzt den Allerwertesten nicht hinhalten will, läuft Gefahr, dass die Erreger zu einer Eiteransammlung (Abszess) in der Prostata führen und eine chirurgische Ausräumung erforderlich machen. Achtung: Die Sexualpartnerin sollte unbedingt mituntersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden.

Das können Sie selbst tun

  • Meiden Sie Kälte und Feuchtigkeit, lassen Sie nasse Badehosen nicht am Leib trocknen und trinken Sie viel Flüssigkeit.
  • Empfehlenswert ist auch häufiger Sex – egal, ob allein oder zu zweit. Eine regel­mäßige Entleerung des Prostata-Sekre­tes durch Ejakulation tut der Prostata gut. Denn damit werden die Keime mit hinausbefördert. Das hilft, eine Prostataentzündung schneller zu heilen und beugt einer Infektion vor.
  • Aber aufgepasst: Partnersex ist nur zulässig, wenn strikte Kon­dompflicht eingehalten wird, damit die Bakterien nicht auf die Partnerin übergehen.
  • “Riskieren Sie keine Mikroverletzungen Ihrer Prostata durch Befahren von holprigen Strecken mit dem Fahrrad, auf denen heftige Stöße auf den Sattel zu erwarten sind. Beim Kauf sollten Sie harte schmale Sattel potenzbewusst liegen lassen“, empfiehlt Dr. Tobias Pottek, Chefarzt der Urologie am Asklepios Westklinikum in Hamburg-Rissen. Sonst reagiert die Prostata mit Schmerzen, Schwellung und bei Dauerbelastung mit Entzündung.
  • Körperliche Bewegung regt Kreislauf und Durchblutung an und entspannt die Muskulatur der Prostata.
  • Trinken Sie seltener Alkohol und Kaltes. Diese kön­nen die Prostata verkrampfen.
  • Starker Kaffee und scharfe Gewürze wir­ken ungünstig auf die Prostata.
  • Verstopfung belastet die Prostata; ernähren Sie sich deshalb ballaststoffreich.
  • Meiden Sie starke körperliche Belastungen mit voller Blase.
  • Achten Sie auf ausreichende Intimhygiene und meiden Sie ungeschützten Oral- und insbesondere Analverkehr. Meist handelt es sich bei den Erregern um Darmbakterien. In seltenen Fällen sind es auch die Tripper-Erreger, die sich in die Prostata einnisten. Entzündungen durch Viren und Pilze dagegen sind sehr selten.
 

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