Prostataentzündung
Geändert am: 05. Oktober 2014

Prostatopathie - Schmerz ohne Grund?

Written by  menscore, Published in Prostataentzündung
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Prostatopathie - Schmerz ohne Grund? © Whitebox Media - Fotolia.com

Fühlt sich an wie eine Entzündung, ist aber keine: die Prostata'erkrankung' mit dem schwierigen medizinischen Namen. Dabei ist das Organ kerngesund, Antibiotika helfen nicht, wohl aber andere Maßnahmen. Lesen Sie hier, welche das sind. 

Dieses Krankheitsbild kommt am häufigsten bei Männern zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr vor und macht ähnliche Beschwerden wie eine Entzün­dung der Prostata. Juckreiz im Penis, Schmerzen oder Druckgefühl im Bereich des Dammes, im Enddarm oder im Bereich oberhalb der Behaarung der Schamgegend. Der große und einzige wirkliche Unterschied zur Entzündung der Prostata liegt darin, dass eine Infektion mit Bakterien nicht nachgewiesen werden kann. Das Organ ist also oft vollkommen gesund. Einige Studien deuten auf psychische Ursachen der Prostatopathie, in einigen Fällen sind der Schließmuskel der Harnröhre oder die Beckenbodenmuskulatur verkrampft.

"Häufig ist die Prostatopathie jedoch eine Re­aktion auf Stress und Probleme. Gelingt es, die Konflikte zu erkennen, zu beheben oder zu mildern, verbessern sich in fast 90 Prozent der Fälle auch die Be­schwerden", erklärt Dr. Tobias Pottek, Chefarzt der Urologie am Asklepios Westklinikum in Hamburg-Rissen.

Es empfiehlt sich daher, nach Ursachen von – eventuell unbewussten Stressfaktoren zu suchen und diese nachhaltig auszuräumen. Auch hier kann in einigen Fällen regelmäßiger Sex hilfreich sein.

Tipps zur Selbsthilfe

  • Ein Urlaub kann Wunder wirken: ohne Telefon und ohne berufliche Korrespondenz, in dem Sie sich Zeit nehmen, belastende Lebensumstände zu durchdenken und einen Schlachtplan zu entwerfen, wie Sie dem Stress begegnen wollen.
  • Öfter mal ein heißes Bad nehmen. Das hilft Verspannungen – nicht nur im Genitalbereich zu lösen.
  • Dr. Pottek hält gegebenenfalls zusätzlich eine Behandlung mit Medikamenten für sinnvoll, die das Nervensystem beruhigen, sowie durchblutungsfördernde Mittel auf pflanzlicher Basis und Sitzbäder.
  • Verstopfung schadet – bringen Sie Ihren Darm mit Ballaststoffen in Bewegung.
  • Erobern Sie die Kontrolle über Ihr Leben zurück. Stress, dem Sie ausgeliefert sind, ist viel schädlicher, als der, den Sie sich selbst machen – im herausfordernden Job, beim Sport oder im Abenteuerurlaub.
  • Lernen Sie Joga. Spezielle Übungen stärken beteiligte Muskelgruppen und reduzieren dabei die Anspannung im Beckenbodenbereich. Der Prostatastoffwechsel wird stimuliert.
 
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