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Geändert am: 19. Januar 2015

Multitalent Prostata

Written by  menscore, Published in Allgemeines
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 

Wer bei der Prostata nur an Krebs denkt, liegt völlig daneben. Die kleine Drüse dient nämlich auch als emsige Sex-Dienerin, die für gewaltige Orgasmen sorgt und garantiert die Spermaqualität. Elf Charakterzüge Ihrer Energiequelle im Unterleib, die Sie kennen sollten.

Die Strategin

Die kastaniengroße, ca. 20 Gramm leichte Prostata ist ein Drüsenkörper, der in der Tiefe des Beckens, direkt unter der Harnblase liegt und die Harnröhre umschließt. Ihre Lage ist strategisch sehr günstig, denn auch die Samenleiter münden an dieser Stelle in die Harnröhre. So kann die Prostata den aus den Hoden eintreffenden Spermien noch rasch eine zusätzliche Flüssigkeit mitgeben, ohne die das Ejakulat zwar einen feuchten Fleck auf der Matratze hinterlassen würde, aber niemals zur Befruchtung dienen könnte. Außerdem setzt sie einen Muskelmechanismus in Gang, der beim Ejakulieren die Blase verschließt. So kann weder Urin ins Sperma noch Sperma in die Blase gelangen.

 

Die Ernährerin

Sobald die Spermienflotte im Anmarsch ist, pumpt die Prostata ein milchiges Sekret in die Harnröhre. Dieses Sekret macht ungefähr dreißig Prozent der gesamten Ejakulatmenge aus. Je häufiger ein Mann ejakuliert, desto höher ist der prozentuale Anteil des Prostata-Saftes, während die Gesamtmenge an Ejakulat sinkt. Und diese Flüssigkeit hat es in sich: Sie holt die Spermien aus ihrer sogenannten Säurestarre, in der sie in den Nebenhoden konserviert waren, und macht sie so beweglich für den langen Marsch durch die Vagina und die Gebärmutter. Sie bietet den Samenfäden dabei die richtige Verpflegung für den langen und harten Weg bis zur Eizelle (bestehend aus Zucker, Vitaminen, Aminosäuren, Zink) und schützt sie gegen das feindlich saure Milieu in der Vagina.

 

Die Orgasmus-Expertin

Viele Frauen haben ihre besonders intensiven Orgasmen der Prostata des Partners zu verdanken. Denn das Prostata-Sekret lässt den weiblichen Genitaltrakt, vor allem die Gebärmutter, stark kontrahieren. Dafür sind hormonähnliche Substanzen verantwortlich, die die Fachleute als Prostaglandine bezeichnen. Aber auch beim Mann selbst sorgt die kleine Drüse für ordentliche Erregung. Welcher Mann kennt nicht das angenehme Gefühl in seinem Unterleib, wenn ihm wenige Sekunden vor der Ejakulation klar wird, dass das, was danach folgt, nicht mehr aufzuhalten sein wird. Der Auslöser sind rhythmische Kontraktionen der Prostata, die in diesem Moment gerade dabei ist, ihr hochwertiges Sekret in die Harnröhre hineinzupumpen. Für gelegentliche Streicheleinheiten ist die Prostata sehr empfänglich. Deutlich wird das, wenn im Bereich der Peniswurzel, nur wenige Zentimeter von der im Körperinnern liegenden Drüse entfernt, ein leichter Druck ausgeübt wird. Noch näher heran an die Vorsteherdrüse kommt man nur durch den Hintereingang. Das gilt nicht nur für den Vorsorge-Arzt.


 

Professor Prostata

Auch in eigener Sache ist die Prostata tätig. Sie produziert ein Protein, das ganz spezifisch Auskunft über den gesundheitlichen Zustand der Prostata gibt, nämlich das sogenannte Prostataspezifische Antigen (PSA). „Dieses Protein gilt als Risiko-Marker insbesondere für Krebs, aber auch für andere Erkrankungen der Vorsteherdrüse", erklärt Tobias Pottek, Facharzt für Urologie und Chefarzt der Urologischen Klinik des Asklepios Westklinikum Hamburg. Im Rahmen der Vorsorge-Untersuchung bestimmt der Arzt unter anderem, wie viel PSA im Blut zirkuliert.

Die Kraftvolle

Eine gesunde Prostata hat eine glatte Oberfläche und ist prall-elastisch. Außen ist sie von einer festen Kapsel aus Bindegewebe umgeben. Daher kann die Drüse sich kaum nach außen ausdehnen. Selbst ein Tumor breitet sich erst im fortgeschrittenen Stadium jenseits der Bindegewebskapsel aus. Sowohl die gutartige als auch die bösartige Vergrößerung drängt zunächst nach innen in Richtung Harnröhre und drückt sie dabei langsam zu. „Bei mehr als siebenmal täglich Harndrang – auch nachts – mit schwachem Harnstrahl bis hin zu einem Tröpfeln und Restharn in der Blase sollten bei jedem Mann sofort die Warnblinker aufleuchten", sagt Dr. Pottek aus Hamburg.

Die Beleibte

Schon vom 30. Lebensjahr an kann es allmählich zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH) kommen. „Jenseits der 60 hat bereits die Hälfte aller Männer Probleme mit der Prostata", sagt der Hamburger Experte Tobias Pottek, „und es gibt auch viele Männer, die schon viel früher Beschwerden haben." Fällt die Drüse nur gelegentlich unangenehm auf, wird zunächst abgewartet oder mit pflanzlichen Mitteln, den Phytopharmaka, behandelt. Dazu gehören Extrakte aus Sägepalmen, Salbei, Brennnesselwurzel, Kürbiskern und Roggenpollen sowie sogenannte Phytosterole. Erwiesen ist die Wirksamkeit von Alpha-la-Hemmern (Tamsulosin) und Finasterid (Proscar). Bei starken Behinderungen der Blasenentleerung bleibt oftmals nur eine Operation. Dabei geht der Trend zu „geringgradig blutigen" Operationsverfahren. Von diesen gilt die Prostataentfernung durch die Harnröhre (Transurethrale Prostataresektion) wegen ihrer Erfolge zwar noch als erste Wahl, doch andere Methoden, wie etwa die Laserkoagulation mit „Greenlight", sind teilweise gleichwertig und zeigen geringere Nebenwirkungen. „Deswegen sollte stets im Gespräch mit dem Patienten die für ihn individuell richtige Therapiemethode ermittelt werden", sagt der Urologe Pottek.


Die Auffällige

Die ernsteste Erkrankung ist der Prostatakrebs, der laut einer Schätzung des Berliner Robert-Koch-Instituts pro Jahr bis zu 28.000 Deutsche befällt, Tendenz steigend. „Betroffen sind in den meisten Fällen Männer jenseits des 60. Lebensjahres, aber auch Jüngere können Prostatakrebs entwickeln", erläutert Pottek. Das Risiko eines Mannes über 50 Jahre ein Prostatakarzinom zu entwickeln, beträgt 40 Prozent, daran zu erkranken acht Prozent und dran zu sterben drei Prozent. Vier von fünf Karzinomen bleiben klein und unauffällig. Hinsichtlich ihrer Symptome sind sich die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) und das Karzinom ähnlich: Beide Erkrankungen beeinträchtigen zunächst den Harnfluss. Die eine Krankheit begünstigt allerdings nicht die andere. „Sowohl die Prostata-Vergrößerung als auch der Krebs können bei ein und demselben Mann auftreten, die Erkrankungen entstehen jedoch unabhängig voneinander", weiß Urologe Tobias Pottek aus Hamburg.

Die Schaltzentrale

An der Prostata entlang laufen „lustleitende" Nerven, die für die Erektion beim Mann verantwortlich sind. Was sie aber einerseits zu einer besonders erogenen Zone macht, birgt andererseits ein hohes Risiko. Eine Prostata-Entfernung aufgrund eines Karzinoms bedeutet den Verlust der Potenz für eine lange Zeit, weil bei der Operation in der Regel die Nervenleitungen beschädigt werden. Neben allgemeiner Trägheit ist das einer der Hauptgründe dafür, dass sich 88 Prozent der Männer nicht zur Vorsorge-Untersuchung trauen. Es ist heute jedoch möglich, den Krebs in einem sehr frühen Stadium zu entdecken. Die Sicherheit der Diagnose beträgt im Normalfall etwa 80 Prozent. Und wenn modernste Operationstechniken eingesetzt werden, bleiben auch die Nerven intakt. Das setzt jedoch voraus, dass das Karzinom noch klein und die Organkapsel noch nicht durchsetzt ist. „Die Prostata ist man dann zwar los, die Potenz bleibt allerdings in sehr vielen Fällen erhalten", erklärt Pottek.

Die Familiäre

Als einzig gesicherter Risikofaktor für die Entstehung von Prostatakrebs gilt eine erbliche Vorbelastung. Verwandte von Prostatakrebs-Patienten haben ein dreimal so hohes Risiko ebenfalls zu erkranken. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gelten die Männlichkeitshormone (Androgene) nicht als Auslöser von Krebs, es gilt allerdings als sicher, dass Androgene, zum Beispiel das Testosteron, bereits bestehenden Krebs noch fördern.

Es ist bis heute auch nicht abschließend geklärt, warum es zur gutartigen Prostatavergrößerung kommt. Als Entstehungsursachen und Risikofaktoren werden der Hormonstatus und das Alter diskutiert. Beide hängen eng zusammen. Vom 30. Lebensjahr an verschiebt sich das Hormongleichgewicht beim Mann langsam zugunsten der Weiblichkeitshormone. Die Androgene werden vermehrt in Östrogene umgebaut. Außerdem produzieren die Hoden dann weniger Androgene, und ein Teil des vorhandenen Testosterons wird an Eiweißkörper gebunden, die es inaktivieren

Die Warmduscherin

Grundsätzlich sollten Sie viel Flüssigkeit trinken, achten Sie aber immer darauf, dass die Getränke nicht zu kalt sind. „Kälte in jeder Form – als Getränk, als nasse Badehose oder als Steintreppe, auf die man sich setzt – ist gerade für eine kranke Prostata sehr schlecht, weil die Kälte reflexartig zu einer Minderdurchblutung des Organs führt", erklärt Professor Hartwig Bauer, niedergelassener Urologe in München. Ob besonders häufiger oder seltener Sex die Krankheiten fördert oder verhindert, ist bisher noch umstritten. Die Mehrzahl der Wissenschaftler empfiehlt allerdings mehr Sex. Begründung: Liebesspiele fördern die Tätigkeit der Hoden und sorgen auf diese Weise für eine bessere Hormonbalance. „Hohe sexuelle Aktivität, insbesondere häufige Ejakulationen, führen zu einer vermehrten Sekretausschüttung – damit wird der normale Reinigungsprozess der Sexualdrüsen angestoßen beziehungsweise beschleunigt"; erklärt Professor Bauer.

Die Vorsichtige

Vom 45. Lebensjahr an sollten Sie den jährlichen Termin zur Wiedervorführung Ihrer Prostata im Rahmen der Vorsorge-Untersuchung unbedingt einhalten. Dazu stehen den Urologen der Tastbefund per Finger (ist gar nicht so schlimm), eine Untersuchung mit Ultraschall und die Bestimmung des PSA-Wertes zur Verfügung. Wichtig ist, dass die Blutentnahme vor den weiteren Untersuchungen vorgenommen wird, weil diese den Wert erhöhen können. Bei einem begründeten Verdacht wird außerdem eine Gewebeprobe analysiert. Achtung: Wer Prostata-Medikamente mit dem Wirkstoff Finasterid einnimmt, sollte das dem untersuchenden Arzt unbedingt sagen. „Denn unter diesem Medikament halbiert sich der PSA-Wert, der, wenn er erhöht ist, ein Indiz für Krebs darstellt", sagt Urologe Tobias Pottek. Wenn der Arzt nichts von der Einnahme weiß, wird die Diagnose erschwert oder sogar ein Krebs übersehen.

 

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