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Geändert am: 10. August 2015

Fehlerhafter Penis? Egal, sagen Frauen.

Written by  Julia Hofmann, Published in Tuning
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Fehlerhafter Penis? Egal, sagen Frauen. © Wisky - Fotolia.com

Zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn oder gar etwas krumm: Männer machen sich viele Gedanken um das Aussehen ihres Penis. Zu Unrecht, meinen Schweizer Forscher. Sie ließen nämlich die Damenwelt beurteilen und kamen zu überraschenden wie beruhigenden Ergebnissen.  

Penisformen und -größen sind so individuell wie ihre Träger selbst und nehmen oftmals im männlichen Bewusstsein einen großen Stellenwert ein. Gefällt Frauen, was sie sehen? Bin ich auch untenrum attraktiv oder wirkt mein Geschlechtsteil auf die Damenwelt gar abschreckend? Wer sich mit solchen Fragen beschäftigt und fürchtet, manche Frau sage nur aus Mitgefühl, dass eigentlich alles in Ordnung sei, dem hilft vielleicht eine aktuelle Studie Schweizer Wissenschaftler, die einfach  Frauen um deren Meinung baten, ohne dass eine persönliche Beziehung zum Penisträger die Antwort hätte beeinflussen können. 

Hypospadie: Angeborene Fehlbildung der Harnröhre

Auch wenn die Studie natürlich einen ernsthaften Hintergrund hat, sind die Ergebnisse wahrscheinlich für mehr Männer aufschlussreich als für jene, um die es in der vorliegenden Studie ging. Die Wissenschaftler des Universitätskinderkrankenhauses in Zürich interessierten sich zum einen dafür, welche Teile des männlichen Geschlechts für Frauen wichtiger oder unwichtiger sind. Zum anderen wollten die Forscher wissen, wie Frauen die aufgrund einer Missbildung operierten Penisse von Männern beurteilen und ob sie Unterschiede zwischen den operierten und beschnittenen Genitalien erkennen.

Bei der Missbildung handelt es sich um die Hypospadie, die am häufigsten vorkommende angeborene Fehlbildung der Harnröhre. Dabei sitzt die Öffnung der Harnröhre nicht etwa wie normalerweise an der Eichelspitze, sondern bei 70 Prozent der Betroffenen an der Penisunterseite. Der Ausgang kann aber auch in der Mitte oder an der Basis des Penis sitzen, möglicherweise sogar am Hoden oder Damm. Eines von 200 bis 300 Neugeborenen ist davon betroffen. Bei Männern mit Hypospadie findet sich zudem häufig auch eine Penisverkrümmung.

Obwohl die Missbildung meist bereits im ersten Jahr chirurgisch korrigiert wird, sind Männer dennoch oftmals unzufrieden mit dem Erscheinungsbild ihres Penis und befürchten, ihr Penis sehe nicht normal aus. Allerdings haben auch Männer diese Ängste, die ohne Hypospadie zur Welt gekommen sind. 

Lage und Form des Harnausgangs für Frauen uninteressant

Die Wissenschaftler befragten also Frauen dreier unterschiedlicher Altersklassen, die entsprechend ihrem Alter über mehr oder weniger sexuelle Erfahrung verfügten. Insgesamt nahmen 105 Frauen an der Befragung teil, bei der ihnen 20 Fotos von nicht erigierten Penissen gezeigt wurden. Die zwischen 16 und 45 Jahre alten Frauen befanden den Sitz des Harnröhrenausgangs als den am wenigsten wichtigen Teil, der zum Erscheinungsbild des Penis beiträgt. Er landete in der Beurteilung der Wichtigkeit nur auf dem letzten Rang, nämlich Rang 8. Die Frauen betrachteten Penisse von Männern, die mit der am häufigsten vorkommenden Form der Hypospadie geboren worden waren, als  normal aussehende beschnittene Penisse. Nur ganz selten beurteilten die befragten Frauen Penisse von Männern nach der Operation einer höher gelegenen Hypospadie als auffällig, was laut den Studienautoren statistisch vernachlässigbar ist.

Auch die Größe des Gemächts hatte kaum Relevanz und landete in der Bedeutung nur auf Rang 6. Unwichtig war zudem die Erscheinung des Hodens und schaffte es nur auf Rang 7. Die Gestalt der Eichel war mit Rang 5 ebenfalls nicht von sehr großer Bedeutung. Schon wichtiger waren der Umfang des Penis und die Beschaffenheit seiner Haut. Beide belegten den dritten Rang in der Wichtigkeit des Erscheinungsbildes des männlichen Genitales. 

Wichtig: Ästhetische Gesamterscheinung und Schambehaarung

Noch bedeutsamer und auf Rang zwei und eins waren dagegen die ästhetisch-kosmetische Erscheinung des Genitales und die Schambehaarung. Nicht überraschend scheint, dass junge Frauen ein rasiertes Genitale schöner finden, ältere Frauen aber eher Schamhaare bevorzugen.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Frauen die Geschlechtsteile von Männern meist nicht anhand kleiner individueller Details beurteilen, die Männer selbst vielleicht als störend empfinden. Aufgrund einer Hypospadie operierte Männer, aber auch alle anderen, sollten sich weniger Sorgen um ihr Erscheinungsbild unterherum machen.

(Quelle: Journal of Sexual Medicine)

 

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