Wussten Sie schon?
Geändert am: 27. November 2015

Brustkrebs: Trifft auch Männer

Written by  Julia Hofmann, Published in Wussten Sie schon?
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Brustkrebs: Trifft auch Männer © Augustino - Fotolia.de

Wer glaubt Brustkrebs sei eine reine Frauenkrankheit, der irrt. Auch Männer erkranken, wenn auch viel seltener. Deshalb sollten auch Männer davor auf der Hut sein. Was man über Brustkrebs beim Mann wissen sollte und vor allem wie man ihn bemerkt, lesen Sie hier. 

Brustkrebs ist für die meisten Männer kein Thema – es sei denn, die Partnerin ist davon betroffen. Immer mehr Experten machen aber darauf aufmerksam, dass auch Männer erkranken können. Das betrifft zwar nur etwa 600 Männer in Deutschland pro Jahr, sodass die Wahrscheinlichkeit tatsächlich gering ist. Zum Vergleich: Jährlich sind 70.000 Frauen betroffen.

Wer aber betroffen ist, dem helfen Statistiken und Wahrscheinlichkeiten wenig. Und weil viele Männer – und selbst Ärzte – erst einmal nicht so schnell auf die Diagnose kommen, wird die Krebserkrankung meist erst viel später als bei Frauen bemerkt und entsprechend schlecht sind die Heilungsaussichten.

 

Wer bekommt Brustkrebs?

Männer, die Brustkrebs entwickeln, sind mit durchschnittlich 70 Jahren deutlich älter als betroffene Frauen. Im Jahr 2010 erkrankten gut 600 Männer, etwa 100 davon starben infolge der Krebserkrankung.

 

Was sind die Risikofaktoren?

Hier weiß die Forschung leider noch nicht alles. Wie bei Frauen auch scheinen die Hormone eine bedeutende Rolle zu spielen. Denn neben dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron haben Männer auch einen Anteil des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen – wenn auch in geringeren Mengen. Vermutet wird, dass ein Ungleichgewicht zwischen Männlichkeits- und Weiblichkeitshormonen eine Bedeutung für die Krankheitsentstehung hat. Mehr Östrogen produzieren zum Beispiel Männer mit Übergewicht oder verschiedenen Erkrankungen der Leber. Auch angeborene Veränderungen des Hodens oder Infektionen können von Bedeutung sein.

Daneben spielen Erbfaktoren bzw. die Gene eine Rolle. Diese sogenannten Brustkrebsgene steigern das Risiko für Brustkrebs. Auch Männer mit einer Vermehrung des  weiblichen Geschlechtschromosoms, von denen jeder Mann normalerweise eines trägt, haben ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Daneben können  noch radioaktive Strahlung sowie hormonaktive Wirkstoffe wie sie etwa von Bodybuildern eingenommen werden, das Krankheitsrisiko beeinflussen.

 

Wie bemerkt man Brustkrebs?

Wer einen Knoten oder eine Verhärtung im Bereich der Brust entdeckt, sollte das unbedingt ärztlich abklären lassen. Auch Veränderungen der Brustwarze, Entzündungen oder Ausfluss bedürfen der Untersuchung. Zudem können in der Achselhöhle vergrößerte Lymphknoten tastbar sein. Allerdings gibt es auch harmlosere Erkrankungen, die hinter den Symptomen stecken können.

 

Wie stellt der Arzt den Brustkrebs fest?

Der Arzt wird die Brust abtasten und eine Ultraschalluntersuchung vornehmen. Möglicherweise folgt eine Röntgenuntersuchung der Brust, die Mammographie. Dies ist meist schon recht aussagekräftig. Besteht weiter der Verdacht auf die Erkrankung folgt die Entnahme von Gewebe, das dann feingeweblich untersucht wird. Mithilfe der genauen Bestimmung des Gewebes lässt sich der Tumor hinsichtlich seiner Aggressivität näher bestimmen. Wichtig zu wissen ist beispielsweise, ob die Krebszellen Rezeptoren für Östrogen aufweisen und der Krebs damit hormonabhängig wächst. Denn diese Frage kann für die Therapie erheblich sein.

Wichtig sind zudem Untersuchungen zur Ausbreitung des Krebses. Wächst er noch lokal oder bricht er in benachbartes Gewebe ein, ist er in den Lymphknoten nachweisbar oder hat er sich sogar bereits in weiter entferntere Gebiete ausgebreitet. Diese Kenntnis ist für die Behandlung und Prognose der Krankheit von Bedeutung.

 

Wie wird Brustkrebs behandelt?

Je nach Ausdehnung werden die Brustdrüsen, die Brustwarze, betroffene Lymphknoten oder seltener auch der gesamte Brustmuskel entfernt. Auch Chemo- und Strahlentherapie kommen zum Einsatz. Fast immer ist auch eine Hormontherapie nötig, da der Krebs meist  hormonabhängig wächst.

 

Wie kann ein Mann mit der Diagnose leben?

Die Diagnose der Brustkrebserkrankung ist für Männer meist nicht leicht zu verarbeiten. Der Umgang damit ist auch nicht einfach, weil die meisten Menschen im Umfeld des Erkrankten den Krebs nur als Frauenleiden kennen. Spezielle Angebote zur Unterstützung betroffener Männer sind leider kaum vorhanden. Es gibt aber eine Selbsthilfegruppe für Männer, die unterstützen kann.

 

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