Wussten Sie schon?
Geändert am: 20. November 2015

Männergesundheit in Deutschland nur Mittelmaß

Written by  menscore, Published in Wussten Sie schon?
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Männergesundheit in Deutschland nur Mittelmaß © Vojtech Vlk - Fotolia.com

Wie gesund sind deutsche Männer? Wie beurteilen sie ihre Gesundheit selbst und wie ist der tatsächliche Gesundheitsstatus? Verschiedene Untersuchungen geben Aufschluss. Das Ergebnis: Deutsche Männer sind nur Mittelmaß.  

 

Geht es um das Thema Gesundheit, sind deutsche Männer oft zuversichtlicher als dies Gesundheitsdaten von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Robert Koch Instituts (RKI), dem statistischem Bundesamt und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) belegen können. Dies zeigt eine Auswertung der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. (DGMG).

Fast 78 Jahre ist die durchschnittliche Lebenserwartung deutscher Männer, und damit konnten sie in den vergangenen 35 Jahren einen Zuwachs von annähernd sechs Jahren verbuchen. Den Damen der Schöpfung hinken sie aber in Sachen Lebenserwartung nach wie vor hinterher: Über fünf Jahre weniger Lebenszeit müssen Männer immer noch hinnehmen. Aber woran liegt es, dass deutsche Männer in punkto Gesundheit scheinbar zum schwachen Geschlecht gehören? 

 

Männlicher Irrglaube: „Ich bin gesund!“

Männer aus Deutschland schätzen ihren Gesundheitszustand zu fast zwei Drittel als gut oder sogar sehr gut ein, wie eine Untersuchung der DGMG zeigt. Damit rangieren sie im gesunden mittleren Bereich verglichen mit Männern in anderen europäischen Ländern. Zum Vergleich: In Irland halten sich fast 83 Prozent der Männer für  gesund und in Portugal nur 49 Prozent.

Damit sind Männer hierzulande bezüglich ihrer Gesundheit auch zuversichtlicher als Frauen. „Eine Fehleinschätzung!“, urteilt Professor Dr. Frank Sommer vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf und Präsident der DGMG. „Im Alter von 45 bis 60 Jahren sterben zum Beispiel dreimal so viele Männer am plötzlichen Herztod wie Frauen.“

Eine epidemiologische Studie von Sommer an 20.000 Männern im Auftrag der DGMG zeigt, dass 88 Prozent der Männer im Alter von 40 bis 49 Jahren ihren Gesundheitszustand als gut bis sehr gut einstufen, bei den 50- bis 59-Jährigen waren das noch 81 Prozent. Nachuntersuchungen belegten aber, dass bei 50 Prozent der jüngeren und 65 Prozent der älteren Männergruppe eine relevante Erkrankung vorlag. Bei noch älteren Männern zwischen 60 und 69 Jahren fühlten sich immerhin noch 63 Prozent gesund. In Wirklichkeit jedoch lagen 70 Prozent der Männer dieser Altersgruppe falsch.

Risikofaktor Rauchen

Betrachtet man das Gesundheitsverhalten der deutschen Männer und vergleicht es mit Männern anderer Länder, zeigt sich auch hier, dass sie häufiger eher im Mittelfeld liegen oder sogar etwas darunter. Etwa 26,4 Prozent deutscher Männer rauchen. In Griechenland sind es zwar 38 Prozent, auch in Estland und Ungarn gibt es mehr männliche Raucher. Vorbildlich erscheint hier aber beispielsweise Schweden: Nur 14 Prozent der männlichen Schweden rauchen.

Die Folgen des Rauchens sind bekannt: Bei europäischen Männern zählt Lungenkrebs mit 26 Prozent zur häufigsten Krebsart mit Todesfolge. Es folgen Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs. Im Jahr 2011 starben fast 39.000 deutsche Männer an Lungenkrebs, bei den Frauen waren es 14.000. Doch Rauchen zählt nicht nur als Risikofaktor für verschiedene Krebsarten sondern auch für Gefäß- und Herzkreislaufkrankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall. 

 

Risikofaktor Übergewicht

Ein weiterer wichtiger Risikofaktor ist das Übergewicht, das auch in der deutschen Bevölkerung eine immer größere Rolle spielt. Immerhin 16,1 Prozent der deutschen Männer sind stark übergewichtig und weisen einen Body Mass Index (BMI) von über 30 auf. Zwar weisen auch hier einige europäische Länder wie Großbritannien noch mehr Schwergewichte auf, doch sollten diese nicht unbedingt als Vorbild dienen. Falsche und schlechte Ernährung geht meist auch mit Bewegungsmangel einher. Herzkreislaufkrankheiten, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus und andere schwere Erkrankungen können die Folge sein. Der Herzinfarkt ist noch immer die häufigste Todesursache des deutschen Mannes. 

 

Risikofaktor Alkohol

Deutsche Männer sprechen auch häufiger und mehr dem Alkohol zu als Männer anderer EU Staaten. Über 11 Liter reiner Alkohol rinnt pro Jahr deutschen Männern ab 15 Jahre die Kehle herunter. Das entspricht rund 500 Flaschen Bier. Frauen schaffen hier etwa nur die Hälfte. Endlich ein Beweis für männliche Stärke? Nein, leider nicht! Denn 14.500 Deutsche starben im Jahr 2012 infolge ihres übermäßigen Alkoholkonsums – fast 11.000 davon waren Männer. 

 

Vorbild Schweiz

Untersuchungen zeigen zudem, dass deutsche Männer weniger Lebensjahre in Gesundheit verbringen können als diese es selbst vermuten. Mit durchschnittlich 58 Jahren ist mit der Gesundheit Schluss. Vorbild sind Männer aus der Schweiz. Sie können sich meist lange guter Gesundheit erfreuen und werden durchschnittlich 79 Jahre alt.

 

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