Wussten Sie schon?
Geändert am: 22. August 2015

Beulen und Bläschen unterhalb der Gürtellinie

Written by  Julia Hofmann, Published in Wussten Sie schon?
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Beulen und Bläschen unterhalb der Gürtellinie © macau - Fotolia.com

Hautveränderungen, auch unterhalb der Gürtellinie, sind ästhetisch vielleicht störend, aber oftmals harmlos. Manchmal steckt aber auch eine gefährlichere Erkrankung dahinter, die zum Hautarzt führen sollte. Wir stellen Ihnen zwölf häufige Hautveränderungen vor.

Die meisten Männer legen Wert auf eine glatte, gepflegte Haut, auch im Intimbereich. Doch was tun, wenn sich im Bereich von Penis oder Darmausgang plötzlich Pickel, Entzündungen oder gar warzenähnliche Gebilde zeigen? Scheuen Sie sich nicht, bei unklaren Hautveränderungen Ihren Haus- oder Hautarzt zu Rate zu ziehen. Denn einige Erkrankungen sollte man lieber rasch behandeln. 

Rötungen, Beulen und Knötchen unterhalb der Gürtellinie

Juckende oder gerötete Beulen oder Knötchen im Genitalbereich? Möglicherweise ist nur ein Schamhaar eingewachsen, oder es handelt es sich um eine Reizung nach der Intimrasur. Mit einer Aloe Vera-Creme oder einer Kortisoncreme beruhigt sich die Haut wieder schnell. Aber Vorsicht: Kortisonhaltige Cremes sollten nicht zu lange angewendet werden, denn sie führen nach langfristiger Anwendung selbst wieder zu Hautveränderungen. Ist ein Haar eingewachsen, nicht selbst dran herumstochern! Rasieren nur in Wuchsrichtung der Haare., um das Einwachsen von Haaren zu vermeiden. 

Zysten

Hat sich unter der Haut eine Beule oder Schwellung entwickelt, die sich wie ein kleiner praller Ball anfühlt und sich leicht hin- und her bewegen lässt? Hierbei kann es sich um eine Zyste handeln, die sich manchmal leicht vergrößert. Bei einer Infektion kann sie jucken und schmerzen. Solche Zysten bilden sich, wenn ein Haarfollikel blockiert ist. Warmes Wasser kann den Abfluss aus der Zyste erleichtern. Bei Schmerzen empfiehlt sich aber der Gang zum Arzt. 

Rote Beulen

Eine rote, schmerzhafte, Beule könnte ein Furunkel sein, der seine Ursache in einem entzündeten Haarfollikel hat. Sie können auch am Po, in der Leiste, im Gesicht, am Rücken oder an anderen Hautpartien entstehen. Furunkel wachsen, bis unterhalb der Oberfläche der Haut Eiter zu erkennen ist. Man sollte den Furunkel nicht selbst anstechen. In warmes Wasser getauchte Kompressen können zur Eröffnung des Furunkels führen, sodass der Eiter abfließt. Ist der Furunkel groß und schmerzhaft, kann der Arzt helfen. 

Kleine rosige Hautanhängsel

Haben sich an der Haut kleine Anhängsel gebildet, der wie kleine weiche Hautlappen aussehen? Es handelt sich wahrscheinlich um Fibrome, die völlig ungefährlich sind und auch keine Schmerzen verursachen. Manche Menschen empfinden sie aber optisch als störend, oder sie sitzen an einer Stelle, an der die Kleidung reibt und es kommt deshalb zu Problemen. Fibrome bilden sich gerne bei Gewichtszunahme und mit zunehmendem Alter. Wenn die Hautveränderung stört, ab zum Arzt und entfernen lassen! Aber Achtung: Krankenkassen bezahlen keine Eingriffe, die aus kosmetischen Gründen durchgeführt werden. 

Angiome

Sind an einer Stelle mehrere kleine rote oder violette Gefäße gruppiert erkennbar, ist das wahrscheinlich ein sogenanntes Angiom – vielleicht unschön anzusehen, aber völlig harmlos. Sie können überall an der Haut auftreten. Angiome werden meist nicht größer und bluten nur sehr selten. Einige entstehen vermehrt im Alter, andere auch schon in der Kindheit. Solange sie nicht bluten und stören, ist eine Behandlung nicht nötig. Entfernen lässt sich ein Angiom durch Vereisung oder mit einem Laser. Auch hier gilt: eine Entfernung erfolgt meist auf eigene Kosten. 

Dellwarzen

Kleine, meist gruppiert auftretende und wie aufgesetzt aussehende, orange-farbene Warzen mit einer Delle in der Mitte bevölkern die Haut? Vielleicht besteht auch ein leichter Juckreiz? Es handelt sich wahrscheinlich um so genannte Dellwarzen. Diese werden von Viren ausgelöst, sind also von Mensch zu Mensch übertragbar. Das gemeinsame Benutzen von Handtüchern oder Kleidung, aber auch Sex sind die üblichen Übertragungswege. Die Warzen verschwinden oft von selbst wieder, aber auch der Arzt kann sie mit verschiedenen Methoden behandeln. 

Genitalwarzen

Haben sich am Penis oder Anus kleine glatte Warzen gebildet, oder sind die warzenähnlichen Gebilde größer und blumenkohlartig geformt? Dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um Feigwarzen, in der Fachsprache Condylomata accuminata genannt. Dabei handelt es sich um eine durch Warzenviren übertragene Geschlechtskrankheit. Auslösende Viren kommen bei sexuell aktiven Erwachsenen sehr häufig vor, die die Viren dann weitergeben können. Sie sollten unbedingt behandelt werden. Der Arzt kann sie vereisen, lasern oder chirurgisch entfernen. Es gibt auch verschiedene Cremes und Gele zur örtlichen Anwendung. 

Keratosis pilaris

Die Haut ist hauptsächlich an den Streckseiten der Oberarme oder an den Beinen und Po rau, mit kleinsten dicht an dicht stehenden rötlichen Pickeln? Dann handelt es sich um eine häufige, aber harmlose Veränderung, bei der ein Zuviel des Proteins Keratin gebildet wird, was die Haarfollikel verstopft. Manche Menschen erfahren durch die Anwendung von Cremes Linderung, die Harnstoff (Urea) oder Alphahydroxysäuren (AHA) enthalten. Mit der Anwendung von AHA sollte man aber vorsichtig sein, denn diese können ihrerseits zu Ausschlag und Juckreiz führen, besonders unter Sonneneinwirkung. Manchen Betroffenen hilft es, die Haut regelmäßig zu peelen oder mit einer Massagebürste zu bearbeiten und anschließend mit Feuchtigkeitscreme einzureiben. 

Follikulitis

Kommt es nach dem Rasieren zu teils roten, teils eitrigen kleinen Pusteln? Kringeln sich die Haare unter der Haut? Nach der Rasur sind offenbar Keime zum Haarfollikel durchgedrungen und haben eine Infektion verursacht. Die picklig aussehende Haut kann empfindlich sein oder jucken. In leichten Fällen hilft eine antibiotische Creme. Um die Entzündungen zu vermeiden, sollte man nur in Wuchsrichtung der Haare rasieren und zu eng anliegende Kleidung vermeiden. 

Syphilis

Eine schmerzlose Wunde im Genitalbereich, an den Lippen oder im Mund kann ein Zeichen für das erste Stadium der Syphilis sein. Bei der Syphilis handelt es sich um eine sehr ansteckende Geschlechtskrankheit. Im zweiten Stadium kann es zu einem nicht juckenden Ausschlag und flachen warzenähnlich Hautveränderungen kommen, die manchmal auch wieder verschwinden. Aber selbst dann ist die Syphilis noch da, ist weiter ansteckend und ist potenziell tödlich. Dabei lässt sich sehr gut mit Antibiotika behandeln. Um sich und andere zu schützen, sollten Sie vorm Sex lieber zum Kondom greifen! 

Genitalherpes

Menschen mit dieser Geschlechtskrankheit haben manchmal gar keine Symptome. Kommt die Viruserkrankung aber zum Ausbruch, entwickeln sich an den Genitalien, im Bereich des Enddarms oder im Mund hochschmerzhafte Bläschen, die auf gehen und sich entleeren können. Die Flüssigkeit aus den Bläschen ist hochinfektiös, sodass man die Infektion auf andere Körperbereiche oder auf andere Menschen übertragen kann. Um Krankheitsausbrüche in den Griff zu bekommen, verschreibt der Arzt Medikamente. 

Schwarzer Hautkrebs

Der schwarze Hautkrebs ist der gefährlichste Hautkrebs und oftmals bereits bei der Diagnose fortgeschritten. Er entsteht oftmals in Bereichen der Haut, die vermehrt der UV-Strahlung ausgesetzt sind. Aber er kann sich auch an allen anderen Hautstellen entwickeln, und sogar an der Schleimhaut und unter den Finger- oder Fußnägeln. Beachten sollte man Leberflecken, die sich in Form, Farbe oder Größe verändern. Möglicherweise beginnen die Flecken auch zu jucken, zu bluten, oder es treten andere Missempfindungen auf. Um dem schwarzen Hautkrebs möglichst früh zu erkennen, wo er noch gut heilbar ist, empfehlen sich Vorsorgeuntersuchungen beim Hautarzt, die ab einem Alter von 35 Jahren von der Krankenkasse bezahlt werden. 

 

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