Wussten Sie schon?
Geändert am: 17. Dezember 2015

Steißbeinfistel: Mehr als unangenehm

Written by  Julia Hofmann, Published in Wussten Sie schon?
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Steißbeinfistel: Mehr als unangenehm Tomasz Trojanowski - Fotolia.com

Wer sie hat, findet sie nicht lustig, und dazu kommt noch ein gewisser Ekelfaktor. Schmerzen begleiten jedes Sitzen, und auch Gehen wird zur Qual. Was hilft bei der Steißbeinfistel, die besonders jungen Männern zusetzt?

Was sich da im Bereich der Po-Falte abspielt, ist den meisten Betroffenen mehr als unangenehm. Erst bildet sich eine Erhebung mit einem Loch, dann kommt es zu einer entzündlichen Schwellung und schließlich auch noch zu einer Absonderung von Eiter. Dabei kann die entzündliche Schwellung quälende Ausmaße annehmen.

Woher kommt das haarige Problem?

Bei der Veränderung handelt es sich oftmals um eine Steißbeinfistel, medizinisch Sinus pilonidalis. Wie der Name glauben machen könnte, trifft das Steißbein aber keine Schuld am Geschehen. Vielmehr sind wahrscheinlich Haare das Problem, die in die Haut einwachsen. Fistel bedeutet, dass sich zwischen einem Hohlraum und der Hautoberfläche ein Gang gebildet hat. Das Ende des Ganges ist ein sichtbares Loch auf der Haut, über das sich Eiter entleeren kann.

Die Ursache der Fistelbildung und Entzündung kann individuell verschieden sein. Sitzen und Gehen sorgen möglicherweise dafür, dass Haare in die Haut einwachsen. Möglicherweise spielt auch eine angeborene Fehlbildung eine Rolle oder eine Verletzung etwa nach einem Sturz. Dies ist im Einzelfall oftmals gar nicht zu klären. Sicher ist, dass enge Kleidung und Hygiene eine Bedeutung haben. Früher waren oftmals Soldaten von der Steißbeinfistel heimgesucht. Neben zu langem Sitzen und kräftigem Haarwuchs in der Po-Falte sollen andere Risikofaktoren für die Veränderung bedeutsam sein: Starkes Schwitzen, enge Unterwäsche, Hygienemängel, geschwächtes Immunsystem und Übergewicht.

Boxershorts statt engem Slip 

Die Behandlung der Steißbeinfistel ist leider gar nicht so einfach und auch vor einem Wiederauftreten kann man oftmals nicht sicher sein. Verschiedene Operationstechniken dienen der Entfernung der Fistel. Einige der Techniken sind weniger aufwändig und lassen sich in Schlüssellochtechnik (endoskopisch) minimal invasiv durchführen. Diese Methode ist besonders gewebeschonend und weniger verletzend, sodass die Heilung schneller verläuft und nur kleine Narben zurückbleiben.

Zur Vorbeugung eines erneuten Auftretens der Fistel empfiehlt sich eine dauerhafte Haarentfernung. Die ist auch bei Männern seit geraumer Zeit aber eh angesagter als männliches Bärenfell. Hygiene im Intimbereich sollte eigentlich sowieso eine Selbstverständlichkeit sein. Enge Unterwäsche ist auch eher unmodern und sollte aber in diesem Fall aus gesundheitlichen Gründen lieber durch Boxershorts ersetzt werden. Verschwitze Unterwäsche sollten Betroffene lieber rasch wechseln.

 

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