Testosteron
Geändert am: 05. Dezember 2016

Fehlt Ihnen Testosteron?

Written by  menscore, Published in Testosteron
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
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Das Problem der Wechseljahre ist nicht gänzlich allein den Frauen vorbehalten. Auch bei Männern kann sich mit zunehmendem Alter eine kritische Zeit einstellen, die psychische wie auch physische Beeinträchtigungen mit sich bringt. Eine Abklärung durch den Arzt und eine Testosteron-Ersatztherapie können die Lösung sein.

Ab dem 40. Lebensjahr sinkt der Testosteronlevel bei Männern kontinuierlich. Der so entstehende Testosteronmangel wird auch als Andropause bezeichnet. Bei Testosteron handelt es sich um das wichtigste männliche Sexualhormon, das an allerlei Vorgängen im Körper beteiligt ist, seien diese physischer oder psychischer Natur. Dass der Testosteronspiegel mit zunehmendem Alter beginnt, jährlich um etwa 1% abzusinken, ist ein natürlicher Prozess. Ebenso wie die damit einhergehenden Beschwerden. Dazu gehört zum einen die Abnahme der Libido. Auch eine erektile Dysfunktion, also Potenzstörung, kann ein Anzeichen dafür sein, dass ein Testosteronmangel vorliegt. Es ist also nur natürlich, dass ältere Männer einen geringeren Sexualtrieb haben und auch spontane Erektionen stellen sich nun nicht mehr so häufig ein. Aber eine dauerhaft zu geringe oder gar nicht mehr vorhandene Libido kann ein Zeichen für einen über das normale Maß hinausgehenden Testosteronmangel sein. Hier sollte der betroffene Mann einen Arzt aufsuchen, um eventuell eine Testostern-Therapie in Angriff zu nehmen.

Ärztliche Hilfe ist möglich

Ein sinkender Testosteronspiegel im Alter ist normal. Zu stark erniedrigte Testosteronwerte liegen dann vor, wenn das Testosteron-Niveau beträchtlich niedriger ist, als es für das eigene Alter üblich ist. Dann nämlich handelt es sich nicht mehr nur um einen rein natürlichen Alterungsprozess. Vielmehr kann nun von einer Einschränkung der Gesundheit und Lebensqualität ausgegangen werden. Die gute Nachricht ist jedoch, dass eine Behandlung möglich ist. Dafür müssen die betroffenen Männer jedoch ihre Symptome richtig deuten.

Symptome von Testosteronmangel

Viele Männer mit zu niedrigem Testosteronspiegel schreiben ihre Beschwerden dem gewöhnlichen Alterungsprozess zu und suchen daher keine ärztliche Hilfe. Anzeichen für einen zu niedrigen Testosteronspiegel können Hitzewallungen, vergrößerte Brüste, geschrumpfte Hoden, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Schweißausbrüche oder auch Potenzstörungen sein. Liegen diese Beschwerden vor, muss von einem Arzt festgestellt werden, ob sie auf einen niedrigen Testosteronspiegel zurückzuführen sind, oder andere Ursachen haben.

Auch Faktoren, die den Mann rein optisch ausmachen, können sich durch einen Testosteronmangel  verändern. So kann es zu einer Vergrößerung der Brüste kommen oder aber zu einem Verlust von Körperhaaren. Es kann sogar zu einem Verlust an Muskelmasse kommen; das Risiko für Osteoporose steigt. Und weil Testosteron auch bei der Produktion von roten Blutkörperchen beteiligt ist, kann ein zu niedriger Level des männlichen Sexualhormons auch zu Anämie, Depression und Konzentrationsschwierigkeiten führen.

Wer sich testen lassen sollte

Klarheit über den eigenen Testosteronhaushalt verschafft allein ein Bluttest. Auch ohne die entsprechenden Symptome kann zu wenig Testosteron im Körper vorhanden sein. Ein Arzt kann anhand des Bluttests und der vorgetragenen Symptome entscheiden, ob und welche Therapie angebracht sein kann. Insbesondere auch Männer mit Typ-2-Diabetes sollten sich entsprechend testen lassen, da hier oftmals zur Zuckerkrankheit noch ein niedriger Testosteronspiegel hinzukommt. Zu den Risikopatienten, für die ein ärztlicher Test sehr sinnvoll ist, gehören zudem unfruchtbare Männer und Männer, die an einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) oder Osteoporose leiden. Auch Betroffene des metabolischen Syndroms sollten bezüglich ihres Testosteronspiegels einen Arzt zu Rate ziehen. Zu den Krankheitsbildern des metabolischen Syndroms gehören u. a. starkes Übergewicht, erhöhter Blutzuckerspiegel, Bluthochdruck und ein gestörter Fettstoffwechsel. Und nicht zuletzt können auch Steroide das natürliche Testosteron im Körper senken. 

Therapie – Möglichkeit und Grenzen

Eine Therapie bei einem zu niedrigen Testosteronhaushalt ist durchaus möglich. Gerade wenn der Mangel des männlichen Sexualhormons zu Erektionsstörungen führt, sind Betroffene meist sehr an einer entsprechenden Behandlung interessiert. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Testosteron-Behandlung nicht zu einer Verbesserung der Probleme der erektilen Dysfunktion führen kann, da andere Ursachen wie z. B. Krankheiten der Nerven und Blutgefäße vorliegen.

Ist eine Testosteronbehandlung möglich, kann diese weitere positive Auswirkungen zeigen. Die Stimmung verbessert sich insgesamt und der Patient gewinnt neue Energie. Auch das Denkvermögen sowie die Konzentration profitieren davon. Auch die Muskelkraft und Muskelmasse nehmen zu.

Fehlt Testosteron im Körper, muss dieses ersetzt werden. Dies ist beispielsweise durch Injektionen möglich. Der Betroffene müsste sich hierfür regelmäßigen Sitzungen unterziehen. Täglich hingegen lässt sich Gel nutzen, das auf die Schultern, den Bauch oder den Oberarm aufgetragen werden kann. Weitere Darreichungsformen sind Testosteronpflaster (Patches) und Tabletten.

Allerdings kann eine Testosteronbehandlung zwar den Level des männlichen Sexualhormons regulieren, dafür aber einige andere medizinische Krankheitsbilder verschlechtern. Hierzu gehört etwa die Schlafapnoe, bei der es zu nächtlichen Atemaussetzern kommt. Wenn diesbezüglich bereits gesundheitliche Probleme bekannt sind, sollte von einer Testosteronbehandlung abgesehen werden. Dasselbe gilt für Patienten mit Prostatakrebs, männlichem Brustkrebs und Herzinsuffizienz. Ein Gespräch mit einem Arzt kann darüber Klarheit bringen, inwieweit eine Behandlung sinnvoll ist oder nicht.

 

 
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