Spermien
Geändert am: 27. September 2014

So tunen Sie Ihre Spermien

Written by  menscore, Published in Spermien
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Kaputtes rohes Ei © forkART Photography - Fotolia.com

Im Ejakulat steckt der halbe Bauplan für Ihre Nachfolger. Denen wollen Sie natürlich nur das Beste mit auf den Weg geben. So bringen Sie Ihre Spermien in Top-Form.

Der Comic-Autor Walter Moers hat seine ganz eigene Theorie: „Samen bestehen aus Gehirnzellen, die über Hippotalamus und Rückenmark an die Hoden geleitet werden. Bei jeder Ejakulation verliert der Mann etwa fünf Milliarden Gehirnzellen, das ist doppelt soviel wie bei einer Vollnarkose“, schrieb er mal. Da hat der Zeichner des „Kleinen Arschloch“ wohl was falsch verstanden. Denn wissenschaftlich gesichert ist vielmehr, dass Spermien in den Hoden produziert und in den Nebenhoden bis zum Tag ihres Einsatzes gelagert werden. Bis zu 600 Mio. Samen schwimmen in den durchschnittlich zwei bis sechs Millilitern Ejakulat.

Doch tun sie das wirklich? Immer wieder schlagen Wissenschaftler Alarm. Anzahl und Qualität der Spermien seien in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gesunken, ein Ende dieses Abwärtstrends nicht absehbar. Hormonartige Umweltschadstoffe wurden für die Spermienkrise verantwortlich gemacht. Seitdem sind viele Männer um ihre Fruchtbarkeit besorgt. Doch Umweltbelastung hin oder her: Sie können selbst mit dafür sorgen, dass Ihre Spermien quicklebendig, quietschvergnügt und kerngesund bleiben oder wieder werden.

Liebe geht durch den Magen

Dazu sollten Sie sich zu allererst richtig ernähren.

  • Essen Sie weniger fettes Fleisch. Denn es senkt durch östrogenähnliche Eigenschaften den Testosterongehalt im Blut – und Testosteron ist das Lebenselixier für Spermien.
  • Die Vitamine C, E und Beta-Carotin hingegen sind das Killer-Trio gegen freie Radikale, die in der empfindlichen Entwicklungsphase der Spermien irreparable Schäden anrichten. Wer jeden Tag 200 Milligramm Vitamin C (in drei Orangen) und 250 Gramm grünes und orangefarbenes Gemüse (für Beta-Carotin) aufnimmt und Pflanzenöle verwendet, ist auf dem richtigen Weg.
  • Setzen Sie zudem mehr Käse, Vollkornprodukte, Weizenkeime, Paranüsse und Austern auf Ihren Speiseplan. Das darin enthaltene Zink bildet einen effektiven Schutzschild gegen freie Radikale. Es verhindert deren aggressive Attacken auf das Erbgut im Spermium. Zink setzt den Energieverbrauch der Spermien herab und ist möglicherweise dafür verantwortlich, dass sie ihre volle Kraft erst dann entfalten, wenn sie auf das zu befruchtende Ei stoßen.

Mit Chemie sinkt die Spannkraft

Wer Angst hat, unfruchtbar zu sein, sollte auch aufmerksam die Packungsbeilagen seiner Medikamente lesen und den Arzt nach Ausweichpräparaten fragen. Denn:

  • Viele Medikamente gegen Magengeschwüre, erhöhten Blutdruck, entzündliche Darmerkrankungen und Herzrhythmusstörungen sowie diverse Arzneimittel wie Antidepressiva und Beruhigungsmittel, eine Reihe von Antibiotika, Blutfettsenkern, Gichtmitteln, Schmerzmitteln und Kortisonpräparaten sowie alle Hormone und hormonell aktive Substanzen und Antikrebsmedikamente senken die Spermienqualität und –anzahl.
  • Werden dagegen nur unreife Spermien gebildet, kann das an Mitteln gegen Blasenentzündungen, einigen Betablockern oder Antiepileptika (alle) liegen.
  • Nikotin behindert die Spermien im Reifungsprozess. Alkohol verringert die Testosteronausschüttung und beschleunigt dessen Abbau in der Leber.
  • Anabolika fürs Bodybuilding können im Extremfall „die Hoden auf Erbsengröße schrumpfen lassen“, schreibt der amerikanische Urologe und Autor Dudley Seth Danoff.

 

Sport kontra Sperma

Wer Wert auf gesundes Sperma legt, sollte seine sportliche Belastungsgrenze nicht überschreiten.

  • Insbesondere Ausdauertraining öfter als viermal die Woche kann durch die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol die Testosteronproduktion stören und die Blutzufuhr zu den Hoden drosseln. Cortisol blockiert zudem ein Enzym in den Hoden, das für die Reifung der Spermien unbedingt notwendig ist. Damit steigt der Anteil der an unreifen und nicht lebensfähigen Samenzellen, während die Gesamtzahl der Spermien sinkt.
  • Auch das Radfahren hat tücksche Seiten: Ist der Fahrradsattel nicht flach geneigt, können die versorgenden Blutgefäße im Genitalbereich geschädigt werden. Sowohl Profi- als auch Hobbyradler tun gut daran, die Sattelspitze leicht nach vorn zu neigen.

In der Hitze der Nacht

Nicht nur Stahlkocher sind in ihrer Zeugungsfähigkeit gefährdet.

  • Auch heiße Bäder (täglich halbstündiges Bad bei 43 bis 45 C) enden tödlich für so manches Spermium.
  • Dass zu enge Unterhosen zu einer schädigenden Überwärmung des Hodens führen können, wurde in Untersuchungen belegt: Schon ein Temperaturanstieg um ein Grad reicht aus, um die Spermienbildung zu behindern. Für eine optimale Spermienbildung muss die Hodentemperatur mindestens um drei bis vier Grad unter der des Körpers liegen. Schließlich ist das der Grund, warum die Hoden sich nicht im Körperinneren befinden, sondern in den Hodensack ausgelagert sind.
  • Jeder fünfte Mann, der sich wegen Unfruchtbarkeit untersuchen lässt, hat eine Krampfader (Varikozele) in der inneren Samenleitervene. Sie tritt meist zwischen dem 15. Und 25. Lebensjahr und zu 90 Prozent linksseitig auf. Der verursachte Blutstau führt zu einer Überhitzung des Hodens. Statt normale, ovalköpfige Spermien tummeln sich dann spitze Exemplare im Ejakulat. Die einfache Therapie: Nach einem kleinen Schnitt in den Hodensack oder mit einem feinen Katheter durch die Leiste wird ambulant ein Verödungsmittel in die Krampfader gespritzt. Und schon nach einem Tag Ruhepause ist man wieder fit.

Mehr Sex, mehr Nachschub

Sex selbst hilft übrigens auch. Denn dadurch wird Testosteron freigesetzt und die Spermienproduktion angekurbelt. Aber Sie können auch dran denken. Mit jedem Tag der Enthaltsamkeit (bis zu fünf Tagen) nimmt die Spermienkonzentration um zehn bis 15 Millionen pro Milliliter zu. Die Beweglichkeit der Spermien bleibt solange unverändert, bis sie nach einer Woche deutlich sinkt. Wurde bei Ihnen eine niedrige Spermienanzahl ermittelt, kann Ihnen auch Ihre Partnerin entgegenkommen. Mit einem Kissen unter dem Po sorgt sie dafür, dass die Spermien mit etwas mehr Rückenwind hineinrutschen und länger in ihr bleiben können, um ihren Befruchtungsauftrag zu erfüllen.

 

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