Spermien
Geändert am: 06. März 2014

Hilfe gegen Sperma-Allergie

Written by  menscore, Published in Spermien
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Hilfe gegen Sperma-Allergie © RTimages - Fotolia.com

Einige müssen ganz auf Sex verzichten, so stark sind die allergischen Reaktionen auf das eigene Sperma. Ein bewährtes Therapieverfahren bei Allergien soll auch hier helfen. Erste Untersuchungen machen Hoffnung.

 

Typische Symptome einer Allergie

Kennen Sie diese Symptome: Die Nase läuft, Sie fühlen sich fiebrig, abgeschlagen und müde, Ihre Augen brennen und sind gerötet, die Konzentration lässt zu wünschen übrig? Nein, wir befinden uns nicht mitten in der besten Grippezeit, sondern Sie haben gerade ein paar schöne Stunden – oder Minuten, ganz wie Sie wollen – mit Ihrer Liebsten im Bett verbracht. Wenn Sie dann wenige Minuten nach dem Orgasmus (ca. nach 5 bis 30 Minuten) plötzlich die obigen Beschwerden entwickeln, gehören Sie sehr wahrscheinlich zu den Männern, die am „Post Orgasmic Illness Syndrome“ (POIS) leiden. Mit anderen Worten: Sie sind allergisch gegen Ihr eigenes Sperma.

Lange glaubte man, dieses Krankheitsbild sei psychisch bedingt. Dann wiesen niederländische Forscher nach, dass es Männer gibt, die körperlich allergisch auf ihr eigenes Sperma reagieren – und zwar ungefähr 0,25 bis ein Prozent aller Männer.

Erste Behandlungserfolge erzielten die Forscher durch die Hyposensibilisierung, eine Therapiemethode, die auch z. B. bei der Pollenallergie angewendet wird.

Der Niederländer Dr. Marcel Waldinger und sein Team von der Universität Utrecht untersuchten 45 Männer im Rahmen ihrer Studie. Davon ließen sich 33 der Probanden auf ihr Ejakulat testen, wiederum 29 der Männer davon wiesen allergische Reaktionen wie z. B. Hautrötungen auf. Waldinger vermutet, dass es sich hier um eine Autoimmunerkrankung handelt. Zwei der betroffenen Männer haben an einer Hyposensibilisierung teilgenommen. Das Ergebnis: Nach abgeschlossener Therapie verringerten sich die Symptome deutlich, bei einem der Probanden sogar um 90 Prozent.


 

So funktioniert die Hyposensibilisierung

Dr. Waldinger und sein Team vermuten, dass der Kontakt mit kleinen Proteinen, so genannten Peptiden und mit T-Zellen, einer Gruppe weißer Blutkörperchen zur Immunabwehr, bei der Ejakulation in der Harnröhre die allergische Reaktion auslöst.

Für die Hyposensibilisierung injiziert man den allergieauslösenden Stoff, in diesem Fall die eigene Samenflüssigkeit, über einen längeren Zeitraum und in regelmäßigen Abständen unter die Haut; dabei wird die Dosis langsam erhöht. Die Dauer der Behandlung ist individuell verschieden: Bei einem der Probanden konnte die Therapie nach 15 Monaten erfolgreich beendet werden, bei dem anderen erst nach 31 Monaten.

Zwar laufen noch weitere Untersuchungen, doch das Forschungsergebnis ist ein erster Fortschritt, der Betroffene hoffen lässt.

 

 

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