Hodenkrebs
Geändert am: 20. Oktober 2014

Macht Hasch Hodenkrebs?

Written by  menscore, Published in Hodenkrebs
Aus der ärztlichen Redaktion
 
Attraktiver Mann mit Rastalocken raucht Marihuana © Andrey Kiselev - Fotolia.com

Hasch ist nicht harmlos. Laut neueren Studien soll ein gesteigerter Konsum von Cannabis mit einem um 50 Prozent erhöhten Risiko einhergehen, an einer aggressiven Form des Hodenkrebs zu erkranken. 

Ein Zusammenhang zwischen Haschkonsum und Hodenkrebs lässt aufhorchen. Denn zum einen betrifft gerade Hodenkrebs besonders junge Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren. Zum anderen ist der Haschkonsum in den letzten Jahren stark angestiegen – ebenfalls besonders unter jüngeren Männern.

Der Zusammenhang zwischen Hasch und Hodenkrebs ist mittlerweile in mehreren Studien festgestellt worden. Im Rahmen der neuesten Studie, die an der Universität von Southern California durchgeführt und im renommierten Wissenschaftsjournal “Cancer” veröffentlicht wurde, hatten die Forscher 163 Männer mit Hodenkrebs mit 292 gesunden Männern verglichen. Das Alter der Studienteilnehmer lag zwischen 18 und 36 Jahren.

Das Ergebnis: Männer, die Marihuana rauchten, hatten ein um 50 Prozent höheres Risiko, einen aggressiven Hodenkrebs zu entwickeln als Nicht-Haschraucher. Andere Faktoren, die die Entstehung der Krankheit begünstigen, wie etwa nicht abgestiegene Hoden, waren bereits ausgeschlossen worden.

Andere Wissenschaftler wollen bei der Durchführung früherer Studien sogar einen Risikoanstieg von 70 bzw. 100 Prozent festgestellt haben.

Warum und auf welche Weise Marihuana das Risiko für bestimmte Arten von Hodenkrebs erhöhen könnte, ist allerdings noch nicht geklärt. Bekannt ist nur, dass der Wirkstoff in Marihuana, das Tetrahydrocannabinol (THC), das Zusammenspiel von Gehirn und Hoden, das zur Herstellung von Hormonen notwendig ist, durcheinanderbringen kann, indem es Hormonsignale im Körper stört. Zu den weiteren Nebenwirkungen der Droge zählen Unfruchtbarkeit durch Beeinträchtigung der Samenqualität und in schweren Fällen Impotenz. Und beide Nebenwirkungen stellen wiederum ihrerseits Risikofaktoren für Hodenkrebs dar.

"Wir hatten schon mal vor 20 Jahren den Eindruck, THC könne bei Männern das HCG steigern, so richtig bewiesen wurde das nie. Dennoch wurde schon damals ein Einfluss des THC auf die Hormonlage verdächtigt. Wenn es nun härtere Beweise gibt, kann man nur an junge Menschen appelieren, den Abusus zu unterlassen", sagt Dr. Tobias Pottek, Chefarzt der Urologie am Asklepios Westklinikum in Hamburg-Rissen.

Wie Hodenkrebs überhaupt entsteht, ist noch nicht abschließend erforscht. Zu den Faktoren, die ihn begünstigen, gehören eine genetische Veranlagung, der Hodenhochstand (Maldescensus testis), und der Krebsbefall des Hodens auf der Gegenseite.

Zwar ist Hodenkrebs mit etwa sieben Erkrankungsfällen auf 100.000 Männer relativ selten, aber doch der häufigste Krebs von Männern unter 45 Jahren. Und: unbehandelt ist er tödlich.

 
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