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Geändert am: 20. Oktober 2014

Warum Hoden schrumpfen

Written by  menscore, Published in Allgemeines
Fachliche Beratung: Dr. med. Tobias Pottek
 
frische Pflaume und alte Pflaume © Popova Olga - Fotolia.com

Viele Männer befürchten, dass ihre Hoden im Alter schrumpfen könnten. Ob das immer so sein muss, welche anderen Ursachen zu einer Schrumpfung der Hoden führen können und was man dagegen tun kann, lesen Sie hier.

Zum Thema Hodenschrumpfung (medizinisch: Hodenatrophie) gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte lautet, dass es nicht nur eine Ursache für kleiner werdende Hoden gibt; die gute, dass man gegen den Hodenschwund nicht immer hilflos ist.

Klein, weich und locker im Griff statt groß und prall?

Eine Hodenatrophie kann verschiedene Ursachen haben: Hormonstörungen, Alter, Verletzungen, Krankheiten und Drogenkonsum gehören zu den häufigsten.

Um die Folgen besser verstehen zu können, ist es wichtig zu wissen, dass menschliche Hoden hauptsächlich aus drei verschiedenen Zelltypen bestehen, die auch für die Hauptfunktionen der Hoden verantwortlich sind, nämlich den Epithelzellen in den Samenkanälchen, aus denen die Spermien hervorgehen, den Sertolizellen, die für die Ernährung der Samenzellen verantwortlich sind und den Leydig-Zellen, die das Männlichkeitshormon Testosteron produzieren. Je nach Ausmaß und betroffenem Zelltyp kann die Schrumpfung Unfruchtbarkeit oder aber einen Mangel am männlichen Sexualhormon mit reduzierter Libido und Erektionsstörungen zur Folge haben.

Verletzungen

Verletzungen oder Operationen in der Leistengegend oder direkt an den Hoden können, wenn sie den Blutfluss zu den Hoden unterbrechen, ebenfalls eine Hodenatrophie auslösen. Übrigens muss eine Absprengung eines Teils des Hodens nicht den Tod des Hodens bedeuten. „Oftmals kann der restliche Hoden gerettet werden, eine zusätzliche Schrumpfung ist nicht zu befürchten. Dafür ist aber wichtig, sofort nach der Verletzung ins Krankenhaus zu gehen“, sagt Dr. Tobias Pottek, Chefarzt der Urologie am Asklepios Westklinikum in Hamburg-Rissen.

Krankgeschrumpft

Einige Virusinfektionen wie Mumps und Aids können die Hoden ihrer Größe berauben. Auch haben Männer mit einem hohen Alkoholkonsum ein erhöhtes Risiko für Hodenschwund: Die bindegewebige Umbildung der Leber (Leberzirrhose) und eine Herabsetzung der Nierenleistung (Niereninsuffizienz) in Folge des übermäßigen Alkoholgenusses wirkt sich über eine Veränderung im Hormonsystem auch auf die Hodengröße aus.

Ob der Schaden begrenzt oder gar gänzlich rückgängig gemacht werden kann, hängt unter anderem davon ab, ob die ursächliche Krankheit früh genug behandelt und geheilt werden kann.

Unerwünschte Nebenwirkung

Medikamente, die Testosteron, Östrogen oder andere Geschlechtshormone enthalten, aber auch andere Therapien, etwa die Strahlenbehandlung bei Krebserkrankungen, können als Nebenwirkung zu Schrumpfhoden führen.

Eine hormonelle Imbalance mit stetig kleiner werdenden Hoden kann auch durch die Einnahme von Steroiden zum Muskelaufbau (bei Bodybuildern) oder zu sportlicher Leistungssteigerung verursacht werden. Steroide sind nichts anderes als Männlichkeitshormone, die – von außen zugeführt - dem Körper signalisieren, dass schon genug Testosteron vorhanden ist. Darauf reagiert der Körper mit dem Stopp eigener Produktion in den Hoden. Und da nicht gebrauchte Zellen im Körper nun mal verkümmern, werden die Hoden entsprechend kleiner.

Nach dem Absetzen der Steroide können die Hoden sich bis zu einem gewissen Grad wieder erholen, wenn die Steroideinnahme nicht zu lange angedauert hat und der angerichtete Schaden noch nicht zu groß ist.

Auch das Alter

Hodenatrophie ist manchmal auch einfach nur eine Folge des Alters. Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr, also wenn Männer ihren reproduktiven Zenit überschritten haben, beginnen die Hoden auch bei guter Pflege an, langsam zu schrumpfen. Während die Hoden eines 30 Jahre alten Mannes im Durchmesser etwa drei Zentimeter lang sind, messen die eines etwa 60-Jährigen vielleicht nur noch zwei Zentimeter. In diesem Fall ist die Verkleinerung der Hoden ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses des männlichen Körpers.

Mit medizinischer Hilfe können Männer ihr Sexualleben zwar auch im hohen Alter noch in vollen Zügen genießen. Die ursprüngliche Größe und Festigkeit der Hoden dürfte aber nicht immer wiederherstellbar sein, was aber für die Funktion keine Rolle spielt.

Arztbesuch dringend empfohlen

Wenn Sie plötzliche oder schleichende Änderungen an Ihren Hoden feststellen, sollten Sie den Urologen aufsuchen, damit dieser die Ursache feststellen und die entsprechende Behandlung einleiten kann. Wie so häufig können bleibende Schäden umso besser verhindert werden, je schneller Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

 

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