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Geändert am: 30. September 2014

Drei Hoden sind einer zu viel

Written by  menscore, Published in Allgemeines
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Drei Birnen © Tamara Kulikova - Fotolia.com

„Viel hilft viel“ – dieser Ausspruch trifft bei der Anzahl von Hoden nicht zu. Denn das dritte hodenähnliche Gebilde produziert meist weder Männlichkeitshormone, noch Spermien, kann dafür aber zu einem Problem werden.

Tasten Sie mal: Haben Sie auch einen dritten Hoden? Falls ja, dürfen Sie überrascht sein. Und gleich bei der nächsten Gelegenheit zum Urologen gehen.

Da Hodenkrebs der Tumor des jungen Mannes (meist unter 40 Jahren) ist, muss unbedingt eine Abklärung erfolgen. Mit ausgiebigem Tasten und einer Ultraschalluntersuchung wird der Arzt zunächst klären, ob es sich bei dem dritten Hoden um eine „zystische“ (flüssigkeitsgefüllte) Struktur handelt.

Harmlose Zyste

Dies ist zum Glück in den meisten Fällen so. Eine solche „Spermatozele“ hat sich infolge einer Entzündung oder Verletzung gebildet, die Sie sich vermutlich in Ihrer Kindheit zugezogen haben, oder ist einfach angeboren. Bei ihr handelt es sich um eine von Nebenhoden oder Samenstrang ausgehende, also spezielle Zyste, die meist wegen einer Abflussbehinderung der Samenflüssigkeit entsteht und völlig harmlos ist. Je länger die Abflussbehinderung besteht, desto größer wird die Spermatozele: Von winzig klein bis hin zu faustgroß kann sie werden, wobei sie auf halbem Weg die Größe eines Hodens annehmen kann. Etwa acht von zehn Männern haben solche Zysten, bemerken sie aber nicht, weil diese meist sehr klein sind. Anders ergeht es fünf Prozent aller Männer: Beschwerden durch die Größe (Schmerzen und Druckgefühl) erfordern oft eine Operation. Der Chirurg verschafft sich durch einen Schnitt in den Hodensack Zugang zur Zyste, um sie zu entfernen.

 

Krebs ausschließen

Ist die Struktur im Hoden „solide“ (gewebsdicht) wird Ihnen der Urologe wahrscheinlich zu einer Operation raten. „Schließlich muss auf jeden Fall eine Krebsgeschwulst ausgeschlossen werden. Der Eigenschaft von Hodentumoren, schnell zu wachsen und einen bösen Charakter zu haben, stehen glücklicherweise die guten Heilungschancen bei frühzeitiger Behandlung gegenüber“, sagt der Augsburger Urologe und Männerarzt Dr. Volker Moll. Da nur der Arzt eine eindeutige Diagnose stellen kann, sprich: einen Hodentumor ausschließen bzw. behandeln kann, sollte unbedingt eine Untersuchung durch einen Urologen erfolgen.

Falsche Dreieiigkeit

Ist das Gebilde nicht bösartig, handelt es sich wahrscheinlich um eine sogenannte Pseudotriorchie, gewissermaßen eine falsche Dreieiigkeit. Zum Glück stellt sich der falsche „dritte“ Hoden bei näherer Betrachtung als einfache Zyste heraus, eine flüssigkeitsgefüllte Ausbuchtung der inneren Hodensackhaut. Ist die Zyste entfernt, verschwinden auch die Schmerzen, die sie vorher womöglich verursacht hat.

50 Prozent mehr Hoden als andere Männer

Es ist aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen, dass Sie tatsächlich einen echten dritten Hoden haben. Immerhin sind der Wissenschaft etwa 200 Fälle von echter Triorchie bekannt, bei der wegen der Verdoppelung einer Hodenanlage ein Hoden mehr als normal resultiert. „Diese Zusatzhoden sind meist hormonell aktiv, einige haben auch Nebenoden und Samenleiter und tragen somit zur Zeugungsfähigkeit bei. Allerdings sind die Hormonwerte in der Regel nicht höher als bei Männern mit 2 Hoden“, so der Experte Dr. Moll. Und: „Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Hodenkrebsrisiko bei diesen echten dritten Hoden. Grundsätzlich sollten aber solche Männer – wie alle anderen auch – die Hoden regelmäßig auf Veränderungen abtasten. Wird da etwas größer, härter oder an der Oberfläche unregelmäßiger, gibt’s nur eines: ab zum Urologen, und zwar zügig!“, rät der Augsburger Männerarzt und Urologe.

 

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Video - Hodenkrebs

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